Das hat recht etwas geliefert, weil dadurch das Vertrauensverhältnis der Eltern- und Lehrerschaft gegenseitig gewachsen ist. Die einen Schulhäuser etablierten einen Elternstammtisch, die andern Elternfortbildungen in Form von Tagungen oder Vorträgen. Im Prinzip blieb dieses Gremium bestehen, bis die Teilautonomen Schulen mit Elternräten evaluiert und schliesslich damit als Schulen mit Schulleitungen, Sozialarbeitenden und Schulischen Heilpädagogen im 2009 etabliert waren.
Die Herbstwanderlager mussten organisiert werden, wofür 1978 eine neue Organisation auf die Beine gestellt werden musste. Wanderlager im Wädenswilerhaus Schwende, Appenzell. Seit Anfangs 20. Jahrhundert war dieses ehemalige Hotel oberhalb der Kirche auf Seite der Ebenalp erfüllt von Kindergeschrei. Mit mir war diese Organisatorin gefunden. Während über zwei Jahrzehnten wurde dieses Lager dann von meinen ehemaligen Nachbarn, die nun in der Au leben, engagiert geführt und findet heutzutage kaum Leitung oder genügend Teilnehmende.
In einem Schulhaus fällt viel zu organisieren an. Nicht nur schulhausübergreifend, sondern für jede einzelne Schule. Unter anderem auch gibt es das sogenannte Kustodenamt. Die neue Inhaberin ab Ende 70er-Jahre besorgte alles und sorgte für Unterhalt, was das gemeinsame (Nichtverbrauchs-) Material und Geräte betrifft. Apparate, Farbbänder für Schreibmaschinen, Musikinstrumente, naturkundliches Anschauungsmaterial, lässt die Messer der Schneidemaschinen schleifen. Ohne Computer musste das ganze Inventar mit Karteikarten aktuell gehalten werden. Das System mit einem Lochrand und einer Ahle liess einen schnell die passende Karte finden, falls man die Gebrauchsanleitung verstand.
Von 1981 bis 1989 nahm die Autorin als Hilfs- oder Hauptleiterin und Organisatorin an Skilagern der Primarschule teil, was als Fortsetzung der Skilager als Schülerin nebst herrlichen Tagen in den schönsten Skigebieten der Schweiz weiter einen Riesen-Erfahrungsschatz lieferte.
Damals nahmen an den Schulpflege-Sitzungen stets zwei Vertretungen aus jedem Schulhaus mit beratender Stimme teil. Im zentral gelegenen, ehemaligen Schul-Gebäude, wo das Schulsekretariat untergebracht war und ist umgezogen ist an den Gasiplatz, gab es keinen Raum für diese Sitzungen, welche einmal im Monat stattfanden. So wurden die Gemeinde-Restaurants mit Saal im Reigen berücksichtigt, damit jedes über gesicherte Kontakte und vielleicht Einkünfte verfügte. Oft dauerten die Sitzungen bis spät in den Abend. Danach wurde nachbesprochen und für das Festigen der Beziehungen gesorgt, welche durch Partei-Rücksichten während der Sitzung unter Umständen ein bisschen angetastet sein konnten. Bis 1985 begleitete ich unseren Hausvorstand als Stellvertreterin und übernahm ab 1985 dieses Amt selber. Zu beiden Phasen gehörte das vorbereitende Lesen der Akten, damit an der Sitzung selbst nicht jedes Traktandum von Grund auf erörtert werden musste.
In meine Hausvorstandzeit fielen einige bauliche Veränderungen, wie der Einbau einer Bibliothek und die Fassaden-Isolation sowie der Ersatz einzelner Bodenbeläge und Verdunkelungsvorhänge in den Schulzimmern. Der Hauswart unterstützte mich hervorragend, denn er verstand als Handwerker und Hauswart mit jahrzehntelanger Erfahrung viel mehr von diesem Metier. Was einem von der Schulpflege ebenfalls zugemutet wurde, war, weniger angenehme Berichte an Kollegen oder Kolleginnen zu überbringen.
1980 bis 1985 arbeitete unser Schulhaus ganz intensiv an einem schweizweiten Projekt zur Erfassung der Situation der Primarschule mit. SIPRI, SI-tuation der PRI-marschule (nicht zu verwechseln mit dem Schwedischen Friedensprojekt, das auch SIPRI heisst). Wir kümmerten uns um das Teilgebiet Beurteilung. Aus dieser Arbeit erwuchsen im Kanton Zürich zwei noch heute gültige Beurteilungs-Instrumente: Statt der Noten-Zeugnisse zwei Elterngespräche in der ersten Klasse der Primarschule sowie der Gesprächs-orientierte Übertritt in die Oberstufe, anstatt Aufnahme-Prüfungen. Hier hatte ich wieder mit meinem Vater zu tun, diesmal indirekt, weil er Lehrlinge aus der Schule Petermoos ausbildete, welche eine andere Oberstufen-Einteilung kannte, als damals noch üblich war und die auch am SIPRI-Projekt teilnahm.
Wegen der Heimatkunde-Kurse landete ich 1994 im Stiftungsrat der Stiftung zur Erhaltung der Burg Alt-Wädenswil, dem Prof. Dr. h.c. Peter Ziegler als Präsident vorstand. 20 Jahre führte ich dafür die Buchhaltung, fast bis auch der Präsident zurücktrat. Das Amt des Quästors sollte stets ein Lehrer innehaben, welcher Bedingung auch mein Nachfolger genügt.
So ganz nebenbei hatte ich von 1980 bis 1990 Praktikant*innen in der Klasse, welche von der Lehrer-Ausbildung zuerst ganz eng begleitet bis immer selbständiger lernten, ihre pädagogischen und didaktischen Theorien in der Klasse umzusetzen. Die Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen und neuen Ansichten brachten jeweils weitere Perspektiven ein. Während eines Jahres war vom "Cabaret Rotstift" Jürg Randegger, auch als Leiter der "Schlieremer Chind" in meiner Praktikumslehrer-Abteilung. Eine meiner Schulhaus-Kolleginnen hat Jahre vorher bei ihm ihr erstes Praktikum abgestattet und ein Vater aus einer meiner Klassen die Schule bei Randegger besucht.
Einige Jahre übte ich mich im Geben von Blockflöten-Unterricht, weil diese Lehrpersonen gerade Mangelware waren. Da Musik mir stets ein Grundbedürfnis in der Schule war, hat diese Arbeit grosse Freude bereitet.
1988 wurde das Frühfranzösisch im Kanton Zürich eingeführt. Ab der 5. Klasse sollte diese Landessprache unterrichtet werden. Am Montag nach der positiven Abstimmung begann meine Ausbildung zur Französisch-Lehrerin. Doch nun wollte ich das auch unterrichten, nicht nur lernen. So erhielt ich eine Mittelstufe in meinem angestammten Schulhaus, bevor ich an die andere Klasse, an welcher ich ebenfalls Franz unterrichtete, wechselte und damit auch in ein anderes Schulhaus zog. Ins älteste im Dorf, mitten im Zentrum.
Hier warteten weitere Aufgaben auf mich: Die Erprobung des sogenannten Neuen Lehrplans (vorher hatten wir ja keinen, sondern nur einige Seiten Lerninhalts-Vorschriften im Schulgesetz). Die obligatorischen Lehrmittel bestimmten als "Graue Eminenz" die Jahrespläne. Doch nun wurden messbare Lernziele formuliert, welche man anhand diverser vorgeschlagener Inhalte erreichen konnte. Das war tatsächlich ein anderes Arbeiten. Nicht mehr die Inhalte waren prioritär, sondern zu erreichende Ziele. Wir nahmen also zum Beispiel nicht mehr die Gewässer eines Gebietes durch, sondern es sollten eine bestimmte Anzahl Eigenheiten einer Gegend genannt und erkannt werden können. Da konnte dann ausgewählt werden, wo ich als Klassenlehrerin die Schwergewichte setzen wollte. Gleichzeitig sollte die Didaktik sich vom Frontal-Unterricht zu gemeinschaftlicher Arbeit und Projekt-Unterricht wandeln, in welchem nicht immer die Ergebnisse im Voraus festgelegt werden konnten. Früher nannte man das heuristische Lernziele. Inzwischen ist man am Lehrplan 21, welcher nicht Lernziele, sondern Kompetenzen erreichen lässt und zwar in drei Zyklen, die Kompetenz-mässig ineinander übergehen.
Doch es rast alles und wir erproben auch gleich noch, wie es sich in einer Teilautonomen Schule lebt, in der vieles unabhängig von der Schulpflege geregelt werden sollte. Das war das Projekt TaV, der Versuch der Schule in Teilautonomie. Jetzt wurde eine Schulleitung eingesetzt und von einer Spurgruppe geleitet, um auszumachen, was es braucht, um teilautonom zu sein.
Den tatsächlichen Wechsel von der Hausvorstands- in die Schulleitungs-Ära erlebte ich bereits wieder in einem neuen Schulhaus, in welchem ich vorübergehend kein Hausamt ausübte, sondern nur meine Heilpädagogik-Ausbildung vorspurte, welche mich für rund fünfzehn Jahre in mein letztes Schulhaus führen sollte.
Während des berufsbegleitenden Master-Studiums war ich von Ämtern befreit. Danach führte ich die Protokolle der Fachkonferenz Dorf und SHP Ort, organisierte gesellschaftliche Anlässe für Lehrerschaft und Schule mit, übernahm als Teetrinkerin das Kaffeemaschinen- und Lüftungs-Amt sowie das Bestellen und Verwalten des gemeinsamen Verbrauchs-Schulmaterials.
Und nun habe ich noch Aufsicht- und Küchenämtchen innegehabt in meinen weiteren Stellvertretungen und Festanstellungen in meiner Schul-Anlage nach meiner Pensionierung. Auf genau 48 Jahre Schule geben darf ich damit zurückblicken.