Donnerstag, 1. Mai 2025

Schreckliche Stellvertretung

 Dieser Beitrag spielt im Frühling 2024

Geplante oder zufällige Anführerin und Aufrührerin?


Wer hätte gedacht, dass man sich nach 47 Jahren Schule noch einmal ins Bockshorn jagen liesse? Die Stellvertretung begann so vielversprechend. Die Begeisterung der Autorin trug bestimmt dazu bei. Doch auch die Klasse weiss, wie sie gut durch den Tag kommt.

Es ist eine sechste Klasse. Die Übertrittsgespräche mitsamt Entscheidungen sind vorbei. Prüfungen und Hausaufgaben laufen gut, die Kinder lernen.

Doch ein Mädchen will die Leitung aller Personen im Zimmer und der Turnhalle haben. Sie hat Charisma, Ausstrahlung. Alle finden sie nicht nur hübsch und nett, sondern sogar schön. Alle? Nein, einfach ca. 6-8 Mädchen und ein Junge aus der Klasse.

Zusammenarbeit mit Eltern ist unterstützend


Sie selbst benimmt sich unanständig, sobald einer ihrer Wünsche nicht umgehend erfüllt wird. Dabei ist ihr völlig gleichgültig, dass Mitschüler /innen dabei benachteiligt werden. Bis hin zum Schulbesuchstag mit: "Das mach ich sicher nöd! Sie sind nöd mini Muëter!". Zum Glück. Denn bei der Zusammenarbeit mit den Eltern dieser Protest-Gruppe stellt sich heraus, dass die Lehrerin sehr wohl unterstützt wird, die Erziehenden aber auch ein bisschen ratlos sind.

Kritikpunkte bestehen


Natürlich gibt es Kritikpunkte. In der Turnhalle funktioniert stets Spotify nicht, weil das Daten-Abo auf dem Handy nicht stark genug ist für die geforderten Puffergeschwindigkeiten. Auch mit dem Singen hapert es aus ähnlichen Gründen. Doch könnte man sich ja vorstellen, dass es für ein paar Wochen reichen würde, wenn halt die andern Fächer, unter anderem auch das Zeichnen, prioritär behandelt werden. Schliesslich sind sowohl die Lektionsstruktur, als auch die Materialien höchst ansprechend und aktuell. 

Erleichterung dank der TTG


Beim Austausch mit der Handarbeitslehrerin, deren Fach heute TTG (Technisches und Textiles Gestalten) heisst, zeigen sich dieselben Verhaltensweisen der betreffenden Gruppe. Das nimmt die Last ein bisschen von den Schultern der Aushilfslehrerin. Allerdings geht es dort sogar so weit, dass eine Mutter nicht gerade unterstützend, sondern eher auch noch aggressiv redet und die TTG-Lehrerin beschuldigt, ihr Kind ganz ungerechtfertigt getadelt zu haben. So wirken wir gegenseitig als Trost füreinander. 

"Unterstützung" durch die SHP


Als Tüpfelchen aufs i handelt die der Klasse zugeteilte Schulische Heilpädagogin. Die Autorin hat die Themen genau geplant für die Stunden, die noch bleiben bis zu den Ferien und dementsprechend die Arbeiten der Kinder aufbewahrt. Leider hat sie diese Arbeiten nicht weggesperrt. Offenbar hat der Mittwoch-Lehrer nicht mehr genügend Stoff für den letzten Vormittag. Das motiviert die beiden, Lehrer und SHP, dazu, die Arbeiten der Autorin!!! herauszunehmen und den Kindern die Zeit zu geben, dies alles zu beenden. Es ist ihnen leider nicht eingefallen, das der Lehrerin mitzuteilen. 

So kommt die Autorin ahnungslos und unvorbereitet um sieben Uhr am Donnerstag zur Schule und entdeckt den Betrug. Also noch rasch etwas aus dem Ärmel schütteln, keine schlechte Stimmung gegenüber den Kindern äussern, strahlen. Super, danke! Diese SHP hat sich schon einmal quer gestellt, und statt der erhaltenen Aufträge, als sie die Stellvertretung übernahm, einfach etwas anderes gemacht, nicht korrigiert und der Autorin Materialien hinterlassen, die besser seien und zu dem Thema passen würden, das die SHP nun idealer findet. Damit ist die weitere Planung der Lehrerin auch torpediert. So soll Zusammenarbeit funktionieren...

Weil die Schulleitung zweimal nicht in ihrem Büro war, als sie als Vermittlung hätte fungieren sollen, ging diese Hilfestellung im Alltag wieder unter und man wurstelte halt so weiter. 

Eine Regel ein Jahr später


Ein Trost im Ganzen zeigte sich nicht nur mit der TTG-Lehrerin und der Eltern-Unterstützung, sondern ein Jahr später, als der übernehmende Klassenlehrer einen Frühlingsbrief an alle Klassen schrieb: 
  • Die Klassenlehrpersonen sollten doch bitte alle darauf achten, und den Kindern mitteilen, dass für den Frühlingsputz auch dies Jahr alles aus der Garderobe nach Hause genommen werden müsse. Noch Übrigbleibendes werde in die Kleidersammlung gegeben. 
    • Genau dies geschah im vergangenen Jahr auch mit den liegen gelassenen Sachen dieser Shrek-Klasse und wurde als Gipfel des Unverstandes, als Frechheit und als unverzeihlich angeprangert durch die Katastrophen-Gruppe. 

Ohne motivierte Gruppe keine Weiterarbeit


Während der ganzen Zeit hielten die Jungs der Klasse die Autorin bei der Stange. Diese machten sowohl ihre Hausaufgaben, beteiligten sich aktiv am Unterrichtsgespräch, arbeiteten fruchtbar in den Gruppen zusammen, blieben sogar nach der Schule noch, um Unerledigtes zu beenden. Das ist so etwas Wunderbares zum Erleben, dass es einen wirklich stützt und dabei bleiben lässt. Sie geben sich Mühe und arbeiten durch die ganzen Querelen immer weiter positiv mit. Wäre diese Gruppe nicht gewesen, hätte die Autorin wahrscheinlich vorzeitig aufgegeben, denn immerhin liegt deren Pensionierung zu jenem Zeitpunkt schon vier Jahre zurück und ihre Arbeit ist stets nur und ausschliesslich freiwillig, wenn Not am Mann oder eben der Frau ist.

Positives an der Frechheit


Ja, positiv ist doch immerhin, dass die Kinder untereinander sich nicht mobben, sondern ihre pubertäre Unzufriedenheit auf die Lehrerin richten. Dass die Klassen stets ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl haben sollten, war ihr immer ein wichtiges Thema während der ganzen Lehrerin-Zeit seit 1977.

Punkte fürs Durchhalten


Dies gibt total drei Punkte, die dafür sprachen, in diesem Vikariat durchzuhalten:
  • Die Eltern (und Grosseltern) boten Unterstützung, weil sie mit dem Vorgehen der Stellvertretung einverstanden waren und ihre Kinder kennen.
  • Die Jungs arbeiteten motiviert und engagiert weiter.
  • Die Anführer-Gruppe benahm sich auch in der TTG gleich ungebührlich.

Lehren daraus


So gehört dieses Leid-Vikariat zu einer späten, aber dennoch wichtigen Lebenserfahrung. Ja, tatsächlich, auch mit bald siebzig lässt sich noch dazulernen. Eines ist nämlich ziemlich sicher: Kein Langzeitvikariat mehr an einer Klasse! Es ist Zeit, sich nicht mehr solchen herausfordernden sozialen Spannungen auszusetzen. Kommt dazu, dass auch die Verantwortung als Klassenlehrerin gross ist. Turnen, Schwimmen, Impulskontrolle der Kinder, ... 

Wenn wir uns jetzt, ein Jahr später, ab und zu treffen, grüsst man sich zurückhaltend. 
In einer aktuellen Stellvertretung findet die Schwester einer damaligen Rebellin die Schreiberin die coolste Lehrerin, welche Meinung mindestens zwei ihrer Freundinnen teilen. Auch der Rest der Klasse kommt vertrauensvoll auf die Autorin zu und holt sich Tipps für die Arbeit. 

Sonntag, 27. April 2025

Aufgaben und Nebenämter


Den Auftakt zu den Aufgaben und Nebenämtern bildete vor 48 Jahren die Teilnahme an der Grossveranstaltung zur Eltern-Lehrer-Behörden-Zusammenarbeit ELB zugunsten des Schulkindes. In der durch die Organisatoren zusammengestellten Arbeitsgruppe mit meinem Vater entschieden wir uns, dass er im Schulhaus der kleinen Schwester eine der Elternvertretungen und ich in meinem Schulhaus eine der beiden Lehrervertretungen übernahm.

Das hat recht etwas geliefert, weil dadurch das Vertrauensverhältnis der Eltern- und Lehrerschaft gegenseitig gewachsen ist. Die einen Schulhäuser etablierten einen Elternstammtisch, die andern Elternfortbildungen in Form von Tagungen oder Vorträgen. Im Prinzip blieb dieses Gremium bestehen, bis die Teilautonomen Schulen mit Elternräten evaluiert und schliesslich damit als Schulen mit Schulleitungen, Sozialarbeitenden und Schulischen Heilpädagogen im 2009 etabliert waren.

Die Herbstwanderlager mussten organisiert werden, wofür 1978 eine neue Organisation auf die Beine gestellt werden musste. Wanderlager im Wädenswilerhaus Schwende, Appenzell. Seit Anfangs 20. Jahrhundert war dieses ehemalige Hotel oberhalb der Kirche auf Seite der Ebenalp erfüllt von Kindergeschrei. Mit mir war diese Organisatorin gefunden. Während über zwei Jahrzehnten wurde dieses Lager dann von meinen ehemaligen Nachbarn, die nun in der Au leben, engagiert geführt und findet heutzutage kaum Leitung oder genügend Teilnehmende.

In einem Schulhaus fällt viel zu organisieren an. Nicht nur schulhausübergreifend, sondern für jede einzelne Schule. Unter anderem auch gibt es das sogenannte Kustodenamt. Die neue Inhaberin ab Ende 70er-Jahre besorgte alles und sorgte für Unterhalt, was das gemeinsame (Nichtverbrauchs-) Material und Geräte betrifft. Apparate, Farbbänder für Schreibmaschinen, Musikinstrumente, naturkundliches Anschauungsmaterial, lässt die Messer der Schneidemaschinen schleifen. Ohne Computer musste das ganze Inventar mit Karteikarten aktuell gehalten werden. Das System mit einem Lochrand und einer Ahle liess einen schnell die passende Karte finden, falls man die Gebrauchsanleitung verstand.

Von 1981 bis 1989 nahm die Autorin als Hilfs- oder Hauptleiterin und Organisatorin an Skilagern der Primarschule teil, was als Fortsetzung der Skilager als Schülerin nebst herrlichen Tagen in den schönsten Skigebieten der Schweiz weiter einen Riesen-Erfahrungsschatz lieferte.

Damals nahmen an den Schulpflege-Sitzungen stets zwei Vertretungen aus jedem Schulhaus mit beratender Stimme teil. Im zentral gelegenen, ehemaligen Schul-Gebäude, wo das Schulsekretariat untergebracht war und ist umgezogen ist an den Gasiplatz, gab es keinen Raum für diese Sitzungen, welche einmal im Monat stattfanden. So wurden die Gemeinde-Restaurants mit Saal im Reigen berücksichtigt, damit jedes über gesicherte Kontakte und vielleicht Einkünfte verfügte. Oft dauerten die Sitzungen bis spät in den Abend. Danach wurde nachbesprochen und für das Festigen der Beziehungen gesorgt, welche durch Partei-Rücksichten während der Sitzung unter Umständen ein bisschen angetastet sein konnten. Bis 1985 begleitete ich unseren Hausvorstand als Stellvertreterin und übernahm ab 1985 dieses Amt selber. Zu beiden Phasen gehörte das vorbereitende Lesen der Akten, damit an der Sitzung selbst nicht jedes Traktandum von Grund auf erörtert werden musste.

In meine Hausvorstandzeit fielen einige bauliche Veränderungen, wie der Einbau einer Bibliothek und die Fassaden-Isolation sowie der Ersatz einzelner Bodenbeläge und Verdunkelungsvorhänge in den Schulzimmern. Der Hauswart unterstützte mich hervorragend, denn er verstand als Handwerker und Hauswart mit jahrzehntelanger Erfahrung viel mehr von diesem Metier. Was einem von der Schulpflege ebenfalls zugemutet wurde, war, weniger angenehme Berichte an Kollegen oder Kolleginnen zu überbringen.

1980 bis 1985 arbeitete unser Schulhaus ganz intensiv an einem schweizweiten Projekt zur Erfassung der Situation der Primarschule mit. SIPRI, SI-tuation der PRI-marschule (nicht zu verwechseln mit dem Schwedischen Friedensprojekt, das auch SIPRI heisst). Wir kümmerten uns um das Teilgebiet Beurteilung. Aus dieser Arbeit erwuchsen im Kanton Zürich zwei noch heute gültige Beurteilungs-Instrumente: Statt der Noten-Zeugnisse zwei Elterngespräche in der ersten Klasse der Primarschule sowie der Gesprächs-orientierte Übertritt in die Oberstufe, anstatt Aufnahme-Prüfungen. Hier hatte ich wieder mit meinem Vater zu tun, diesmal indirekt, weil er Lehrlinge aus der Schule Petermoos ausbildete, welche eine andere Oberstufen-Einteilung kannte, als damals noch üblich war und die auch am SIPRI-Projekt teilnahm.

Wegen der Heimatkunde-Kurse landete ich 1994 im Stiftungsrat der Stiftung zur Erhaltung der Burg Alt-Wädenswil, dem Prof. Dr. h.c. Peter Ziegler als Präsident vorstand. 20 Jahre führte ich dafür die Buchhaltung, fast bis auch der Präsident zurücktrat. Das Amt des Quästors sollte stets ein Lehrer innehaben, welcher Bedingung auch mein Nachfolger genügt.

So ganz nebenbei hatte ich von 1980 bis 1990 Praktikant*innen in der Klasse, welche von der Lehrer-Ausbildung zuerst ganz eng begleitet bis immer selbständiger lernten, ihre pädagogischen und didaktischen Theorien in der Klasse umzusetzen. Die Auseinandersetzung mit anderen Vorstellungen und neuen Ansichten brachten jeweils weitere Perspektiven ein. Während eines Jahres war vom "Cabaret Rotstift" Jürg Randegger, auch als Leiter der "Schlieremer Chind" in meiner Praktikumslehrer-Abteilung. Eine meiner Schulhaus-Kolleginnen hat Jahre vorher bei ihm ihr erstes Praktikum abgestattet und ein Vater aus einer meiner Klassen die Schule bei Randegger besucht.

Einige Jahre übte ich mich im Geben von Blockflöten-Unterricht, weil diese Lehrpersonen gerade Mangelware waren. Da Musik mir stets ein Grundbedürfnis in der Schule war, hat diese Arbeit grosse Freude bereitet.

1988 wurde das Frühfranzösisch im Kanton Zürich eingeführt. Ab der 5. Klasse sollte diese Landessprache unterrichtet werden. Am Montag nach der positiven Abstimmung begann meine Ausbildung zur Französisch-Lehrerin. Doch nun wollte ich das auch unterrichten, nicht nur lernen. So erhielt ich eine Mittelstufe in meinem angestammten Schulhaus, bevor ich an die andere Klasse, an welcher ich ebenfalls Franz unterrichtete, wechselte und damit auch in ein anderes Schulhaus zog. Ins älteste im Dorf, mitten im Zentrum.

Hier warteten weitere Aufgaben auf mich: Die Erprobung des sogenannten Neuen Lehrplans (vorher hatten wir ja  keinen, sondern nur einige Seiten Lerninhalts-Vorschriften im Schulgesetz). Die obligatorischen Lehrmittel bestimmten als "Graue Eminenz" die Jahrespläne. Doch nun wurden messbare Lernziele formuliert, welche man anhand diverser vorgeschlagener Inhalte erreichen konnte. Das war tatsächlich ein anderes Arbeiten. Nicht mehr die Inhalte waren prioritär, sondern zu erreichende Ziele. Wir nahmen also zum Beispiel nicht mehr die Gewässer eines Gebietes durch, sondern es sollten eine bestimmte Anzahl Eigenheiten einer Gegend genannt und erkannt werden können. Da konnte dann ausgewählt werden, wo ich als Klassenlehrerin die Schwergewichte setzen wollte. Gleichzeitig sollte die Didaktik sich vom Frontal-Unterricht zu gemeinschaftlicher Arbeit und Projekt-Unterricht wandeln, in welchem nicht immer die Ergebnisse im Voraus festgelegt werden konnten. Früher nannte man das heuristische Lernziele. Inzwischen ist man am Lehrplan 21, welcher nicht Lernziele, sondern Kompetenzen erreichen lässt und zwar in drei Zyklen, die Kompetenz-mässig ineinander übergehen. 

Doch es rast alles und wir erproben auch gleich noch, wie es sich in einer Teilautonomen Schule lebt, in der vieles unabhängig von der Schulpflege geregelt werden sollte. Das war das Projekt TaV, der Versuch der Schule in Teilautonomie. Jetzt wurde eine Schulleitung eingesetzt und von einer Spurgruppe geleitet, um auszumachen, was es braucht, um teilautonom zu sein.

Den tatsächlichen Wechsel von der Hausvorstands- in die Schulleitungs-Ära erlebte ich bereits wieder in einem neuen Schulhaus, in welchem ich vorübergehend kein Hausamt ausübte, sondern nur meine Heilpädagogik-Ausbildung vorspurte, welche mich für rund fünfzehn Jahre in mein letztes Schulhaus führen sollte.

Während des berufsbegleitenden Master-Studiums war ich von Ämtern befreit. Danach führte ich die Protokolle der Fachkonferenz Dorf und SHP Ort, organisierte gesellschaftliche Anlässe für Lehrerschaft und Schule mit, übernahm als Teetrinkerin das Kaffeemaschinen- und Lüftungs-Amt sowie das Bestellen und Verwalten des gemeinsamen Verbrauchs-Schulmaterials.

Und nun habe ich noch Aufsicht- und Küchenämtchen innegehabt in meinen weiteren Stellvertretungen und Festanstellungen in meiner Schul-Anlage nach meiner Pensionierung. Auf genau 48 Jahre Schule geben darf ich damit zurückblicken.


Sonntag, 4. Oktober 2020

Schule geben, Schule halten, unterrichten

Wie sagt man denn nun der Tätigkeit der Lehrerin?

Meine Ausbildung zur Lehrerin habe ich gemacht, um Schule zu geben. Zu Ankers Zeiten hätte ich Schule gehalten und heute unterrichte ich.

Das Zentrale aber ist und war für mich, die Kinder zu ermuntern, neugierig zu machen, ihnen Lust am Lernen zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass es ab und zu ein wenig Biss und Durchhaltevermögen erfordert, bevor sie Spass an der Sache erleben können.

Während meiner eigenen Schulzeit hatte ich Lehrerinnen und Lehrer, die mein Leben geprägt haben. Das hat sich während der Schule vor allem so gezeigt, dass ich sie mochte oder eben nicht.

Respektieren, mögen, ablehnen? Hauptsache prägen!

Primarschule

Ich mochte meine erste Unterstufen-Lehrerin in Laufen, damals Kanton Bern. Ich bewunderte meine zweite, die Drittklasslehrerin und Unterstufenlehrerin meiner einen Schwester. Meine Lehrerin in der 4. und 5. Klasse mochte ich wieder und meinen ersten Sechstklasslehrer respektierte ich sehr. Bei meinem Besuch der alten Klasse überraschte es mich sehr, dass er noch immer denselben Trainingsanzug fürs Turnen trug. Den zweiten Sechstklasslehrer, schon am neuen Schulort, fand ich nett, aber seine Sammet- und Manchesterkleidung, die er noch Jahre nachher trug, fand ich merkwürdig.

Im Gymi dann wurde ich kritischer und beurteilte die Lehrer und Lehrerinnen differenzierter, aber immer noch in Bezug auf die Schule. Ich sah sie nicht anders. Sie waren für mich keine Privatpersonen, aber gerade dadurch beeindruckend.

Wir durften in der ersten und zweiten Klasse ganz moderne Sachen erfahren. Zum Beispiel fand die Lehrerin, ein Fräulein Schumacher, Federhalter 1964 altmodisch, weil sie klecksten. So durften wir einen Patronenfüllfederhalter mit in die Schule bringen und damit schreiben. Wir sind mit ihr ins Kino gegangen, um Nils Holgersson zu schauen. Sie brachte uns das Stricken bei, baute mit uns und unseren Eltern einen riesigen Markt mit kleinen Ständen im Schulzimmer auf, ging mit uns spazieren und hatte Neffen, welche das Stricken liebten. Dass sie mir sagte, ich müsse meine Finken nicht immer mit nach Hause nehmen über den Mittag, störte mich ungemein, denn das war privat, in diesem Bereich hatte nur Mami etwas zu sagen. Lesen und rechnen konnte ich schon vor der Schule, da war es einfach ein Vergnügen, mitzuhören. Dass man auch mitmachen müsste, hat man mir vergessen zu sagen.

Beim Eintritt in die dritte Klasse im Kanton Zürich zeigte sich, dass ich das Einmaleins noch nicht kannte, weil wir das im Kanton Bern nicht in der zweiten Klasse schon gelernt hatten. Doch ich hatte Heimweh nach Fräulein Schumacher. So besuchten wir sie später noch einmal und sie erinnerte sich meiner wirklich.

Am neuen Schulort war auch weiteres anders: Wir hatten keinen Schwimmunterricht mehr. Wir sollten Ball- und Rennspiele im Turnen machen, die ich noch nie gesehen oder gespielt hatte, weshalb ich auch lange nicht verstand, dass man schnell sein müsste für die Mannschaft. Erst, als die Lehrerin rief, ich solle nicht wie ein Tüpfi laufen, begriff ich und begann Mannschaftsspiele bis zum Volley- und Basketball im Gymi zu hassen. Als diese Lehrerin heiratete, bekamen wir Frau Karrer. Die war kein Fräulein, denn sie war verheiratet mit einem Herr Karrer, der sehr sportlich war und tolle Skirennen im Skilager organisierte, wovon ich in der vierten und fünften Klasse je eines gewann. Aber Frau Karrer verfügte über noch mehr Trümpfe: Sie klebte Säume, wenn sie eingerissen waren mit einem Pflaster fest oder bostitchte sie! Sie liess mich in der vierten Klasse nach der Schule die Erstklässler-Hefte korrigieren, weil ich unbedingt helfen wollte, und sie mit einem Schmetterling-Kleber belohnen. War das nicht toll!

Vierte und fünfte Klasse 

Was durfte ich doch schöne Blätter gestalten in der Heimatkunde. Besonders eines davon hat sich mir so sehr eingeprägt, dass ich nach über 50 Jahren auf einer Velofahrt die Bestätigung des damals Gelernten genauso in der Töss entdeckte. Wie der Fluss schneller aussen an der Kurve herum fliessen muss, aber dafür viel im Innenradius ablagert. Weisser Kies als Kiesbank wie ein Halb-Mond. Unglaublich, nicht! Sie wählte bereits Unterrichtsformen, die man bestimmt damals noch gar nicht kannte oder benennen konnte. Wir hatten in verschiedenen Gruppen unterschiedliche Beobachtungs-Aufträge für die Naturkunde. Die Erkenntnisse trug die Lehrerin auf Schnapsmatrizen für alle zusammen. Meine Gruppe durfte während der Schule auf Wiesen ausschwärmen und prüfen, was Löwenzahn mit seinen Wurzeln macht, wie es ihm geht, wenn sie gekürzt, halbiert oder ausgetrocknet werden. Natürlich nutzten wir diese Freiheit auch für Dummheiten, aber kompensierten das an den Nachmittagen wieder, wenn wir in der Freizeit diese Beobachtungen vergnügt und mit Protokollen wiederholten. Und was wären Römer, Alemannen und Ritter für mich ohne Fräulein Grob! 

Was man mir vergass mitzuteilen, war, dass man in der Schule nicht nur können muss, sondern auch lernen. Ich hatte keine Ahnung davon. Verbesserungen schrieb ich nicht zum Lernen, sondern zur Freude meiner Lehrerin. Diktate konnte ich sowieso. Und der Rest war offenbar nicht für mich, sonst hätte ich ihn gekonnt. 
Als Fräulein  Grob einen Bänderriss hatte und im Spital war, bekamen wir in Herrn Bretscher den Twisthosen-Lehrer. Diese Hosen waren 1966 der letzte Schrei, aber doch bestimmt nicht für einen Lehrer! Zudem hatte er einen unglaublich langen Stecken, mit dem er bis in die hinterste Reihe die Jungs antickte, welche seiner Meinung nach Unfug trieben.

Sechste Klasse auch noch dort

Der Herr Rahn hatte all die Jahre stets die Tür aufgehalten für die beim Glockenklang eintretenden Kinder. Er hatte uns auch gesehen, als wir in der Fünften Zuckerbirli vom Boden auflasen und assen. Wir dachten, alles auf dem Boden wäre für alle da.
Er traute es mir nicht zu, ins Gymi zu gehen, weshalb er die Noten des Herbstzeugnisses eher abrundete. Dennoch besuchte ich ihn wieder einmal von Wädenswil aus, weil doch auch meine Freundin Vroni in dieser Klasse war. Das mitgebrachte Geschenk, eine Styroporkugel mit Pailletten und langen Nadeln besteckt, beeindruckte ihn nicht sonderlich, mich aber, dass er noch immer den gleichen Trainer fürs Turnen trug (vgl. oben).
Es war ja nur ein halbes Jahr gewesen.

Sechste Klasse am Zürichsee

Wer hätte gedacht, dass mein Lehrer später gleichzeitig mit mir in derselben Gemeinde unterrichten würde und sogar noch die Zeit käme, dass eine meiner Schülerinnen ebenfalls hier Schule gäbe? Ein Drei-Generationen-Team. Doch das dauert zu diesem Zeitpunkt noch.

Exkursionen und Naturkunde-Arbeiten prägten seinen Unterricht neben zeichnen und singen. Wir waren eine Klasse, die gerne zur Schule ging. Dieser Lehrer passte sofort das Zwischenzeugnis an, als er erfuhr, dass ich die Gymiprüfung machen würde. Doch leider war fürs Mädchen-Gymi nur das Herbstzeugnis massgebend, während für die Jungs eben das Zwischenzeugnis zählte. Am Ende gingen in meinem Jahrgang mit viereinhalb sechsten Klassen aus dem Zentrum zwei Mädchen und vier Jungs direkt von der sechsten Klasse aus ins sogenannte Langzeit-Gymi mit Latein. Aus der Dependance kam noch Christa dazu. Heimweh hatte ich nach dem Schulstart in Zürich nicht nach dieser Schule, denn meine Nachbarn und Klassenkameraden waren ja nach wie vor vorhanden. Wenn ich in der Migros beim Anstehen später den Herrn Pfenninger antraf, glaubte ich, er kenne mich bestimmt nicht mehr. Doch er fiel mir auf wegen seiner oben erwähnten Sammet- und Manchester-Kleidung, die er scheinbar Jahre nacheinander trug.

Gymizeit

Man sagte mir, ich solle ins Gymi, was mir gefallen hat. Auf die dritte Klasse hin kam die Wahl der dritten Fremdsprache. Die Eltern meinten, nimm das Beste, mit Durchhalte- und Lernwille schaffst du das. Also ging's neben Latein und Französisch ab dem dritten Gymi mit Altgriechisch weiter, was mich zur Matura Typ A führte mit freiem Zugang zu allen Fächern ausser zur Theologie, da müsste man noch Hebräisch lernen. Frau Züfle, kurz nach Gymi-Ende verstorben, notiert unter eine Französisch-Hausaufgabe "En Guete", worauf ich Jahre stolz war. 

Hingegen passte mir unser Deutschlehrer, der Herr Nünlist, nicht richtig, denn er nahm meine Mutter am Telefon ein wenig hoch wegen ihres noch immer hörbaren Österreicher-Akzentes. Zudem hatte er erwartet, dass ein Idol keine Westernhelden sein könnten. Auch traute er mir Friedrich Schillers "Lied von der Glocke" nicht zu. Denn Susi Schmidt hätte ja den Herrn Ribeck von Ribeck gelernt, was schon sehr schwierig sein. Er wusste nicht, dass wir in der Klasse schon lange unsere Spiele trieben mit den klassischen Gedichten. Menschlich wurde er für mich, als er eine Foto seines neugeborenen Sohnes aufhängte, der genau dieselbe eine höher gezogene Augenbraue trug, wie er. Später arbeitete seine Frau als Logopädin im selben Schulhaus, wo meine Schwester die Hauswartung inne hatte.
Fräulein Frei im Latein beeindruckte durch ihre violett gefärbte Frisur, ähnlich gestaltet, wie die der Frauen aus "Raumschiff Orion". Ihre Handtasche trug sie stets am angewinkelten Unterarm, wenn sie ins Zimmer schwebte mit der Begrüssung "Salvete puellae, sedete!" und wir pflichtgemäss aufstanden, um zu antworten "Salve magistra!", und uns gleich wieder setzten. Ein bisschen Latein haben wir glaub gelernt aus der Ars Latina.
Fräulein Keller brachte uns einige Jahre Geschichte nahe, bevor sie das Griechisch für die sechs Schülerinnen meines Jahrgangs übernahm. Sie erkannte ich später im Zug von Zürich nach Paris an ihrer Mimik, und vor allem an ihrer einen dickeren Schuhsohle. Sie aber schaffte es, in aller Strenge, meine Freude an Sprache aufrecht und mein Interesse für Geschichte wach zu halten. Während des Unterrichts stützte sie sich stets - um ihr Bein zu entlasten? - mit beiden, leicht verkehrt eingeknickten, Armen auf dem Pult auf.
Unser Deutschlehrer ab dem 3. Gymi war ein Philosoph und Vorbild. Er nahm jeden Gedanken, der im Deutsch oder der Philosophie geäussert wurde, absolut ernst und ging ausführlichst darauf ein. Herr Züfle wurde zu meinem Lieblingslehrer, nicht zuletzt wegen seiner Frau, Astrid Züfle. Sie hatte an den Krawallen 1968 in Paris teilgenommen. Herr Züfle brachte uns die zeitgenössische Literatur näher, wie Böll, Dürrenmatt, Frisch, ... und lehrte uns, unseren eigenen kritischen Gedanken zu vertrauen. Doch auch Satire war ihm nicht fremd. Hans Dieter Hüsch besuchten wir in seinen Anfängen.
Unser späterer Geschichtslehrer, der in den Prüfungen mein "Also" monierte, hatte früher selbst in einem meiner späteren Schulhäuser eine Sonderklasse geführt. Blonder Bürstenschnitt und hellblaue Schiele-Augen. Er brachte uns mit Chroniken den Zweiten Weltkrieg so vor Augen, dass wir das bestimmt nie wieder wiederholt sehen wollten. Doch auch den historischen Atlas, den Putzger, liess er uns immer wieder verwenden, sodass die Geschichte kartiert gesehen wurde. Wie hiess er nochmals? Peter Baumann, Büümeli.

Nach Fräulein Frei unterrichtete uns Herr Thoma, Thömeli, Latein, dessen Wunsch, bis ans Ende seines Lebens in unserer Klasse arbeiten zu dürfen buchstäblich erfüllt wurde. Er starb am Morgen nach Pfingsten 1973 im Latein-Unterricht. Deswegen waren wir alle nicht nur zur Beerdigung, sondern auch zum Leichenmahl eingeladen. Als Claudine und ich uns während des Unterrichts immer wieder an der Hand hielten, kommentierte er: "O selig, o selig, ein Kind noch zu sein", aus Zar und Zimmermann, mit einem Lächeln auf den Lippen. Ein weiterer seiner Lieblingssprüche war: Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes. (Aus Vergils Aeneis: Was immer es ist, ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke machen.) Doch sein Lieblingsgeschenk, wenn man ihm etwas zuliebe tat, war von Ulrich Bräker, Der arme Mann im Tockenburg.

Fräulein Spitzbarth war seine Nachfolgerin. Diese brachte meine Mathe-Lehrerin dazu, unter eine Prüfung zu schreiben: " Man kann halt nicht überall so gut sein, wie im Latein". 

Fräulein Obrist heiratete kurz nach unserer Matura, während wir dachten, dass sie dafür viel zu alt sei. Davor aber begleitete sie uns ins Lötschental ins Biologie-Lager mit dem Thema "Spiralen in der Natur", das auch mathematisch ausgeschlachtet wurde oder nach Deutschland an den Neckar zu Hölderlin, nach Amsterdam zu den Malern und Klinker-Künstlern sowie in den Herbstferien nach Denens zum Weinbauern. Weil sie unsere Klassenlehrerin war, kümmerte sie sich genauso um unser Sozialleben, unsere Familie und Freunde, führte einen Restaurant-Abend ein, um Wichtiges zu besprechen, falls nötig. Aus dieser Weinlese-Zeit traf ich später das Mädchen wieder, welches Elsbeth Frank mitgenommen hatte, obwohl sie nicht aus unserer Klasse war. Sie wurde meine Arbeitskollegin am Zürichsee. Wenn man denkt, dass ich Mathe und Physik für absolut nebensächlich anschaute, aber meine Klassen immer dachten, Mathematik sei mein Lieblingsfach!

Herr Hutter liess uns uns gegenseitig abzeichnen und alte Meister kopieren. Wir liebten diese Stunden. Der Musiklehrer war bei einigen Mädchen äusserst beliebt, Herr Zumsteg, mit seiner Vorliebe für Jazz nicht Tschäss, sondern Jazz gesprochen.

Herr Aubry, langjähriger Prorektor, war mit seiner Zigarre im Mundwinkel sogar im Skilager präsent, doch auch er starb bald nach unserer Matura, genau so, wie Frau Züfle. Candide ou l'optimisme, war prägend, doch auch französische Theater-Stücke von Molière, wie Le Misanthrope und Stücke zur Französischen Revolution lasen wir über Jahre hinweg. 

Hauptleiter in den Skilagern war lange Zeit der Rektor, welcher in meiner Gemeinde wohnte und dessen Kinder zu uns ins Gerbi in die Schule gingen. Ein Lateinlehrer vom Freudenberg schickte seine Kinder später auch zu mir in die Klasse, während seine Frau in der Nachbargemeinde an der Oberstufe arbeitete. Er fand, die Tochter könne sich mit den Bildern zum Einmaleins, wie Hände für die Fünferreihe oder Käferbeine für die Sechserreihe, nicht anfreunden.

Der Physik-Lehrer zeigte mit einem Brett auf Rollen für den bequemeren Kistentransport, was das Gesetz "Actio gleich Re-Actio" bedeutet, indem er uns draufstehen und uns von der Wand abstossen liess. 
Der eine Biologie-Lehrer aus dem Hirzel, dessen Tochter später Hundecoiffeuse für Sascha war, kam sehr menschlich herüber, während der andere redete von "Lehrerpersonal und Schülermaterial" und "Alles auf der Welt hat seine Vor- und Nachteile", scheinbar, weil er Dual hiess.

Diese alle meine Lehrer prägten mich und mein Schule-Geben, meinen Unterricht, denn von überall nahm ich ein Schnittchen mit, das ich gerne weitergab und das neben aller Didaktik und Pädagogik Meilen- und Stolpersteine für die Schullaufbahn bildete.

Ein zeitweiliger Geographie-Lehrer, Herr Helbling war der Onkel eines späteren Schülers und Schwager einer Aufgabenhilfe im Glärnisch. Er beeindruckte, weil er die Orte bereist hatte, von welchen er uns erzählte und Bilder mitbrachte. Genauso, wie derjenige, welcher aussah, wie Ramses der Zweite, dessen Lieblingsgebiete Spitzbergen und der Stromboli Grossvater, Vater und Sohn war und bei dem wir lernten, Kartenzeichnungen sinnvoll zu färben und Kreise für Nummern der Legenden dazu mit einem Lochkarton zu zeichnen.

Als ich im Frühling 1969 ins Gymi kam, war das Jahresthema gerade "Homo Ludens", das fächerübergreifend in allen Klassen und bei allen Lehrern einen Teil des Lehrstoffes bildete, bevor es im Folgejahr von einem neuen Thema abgelöst wurde. Die weiteren Themen allerdings sind mir nicht mehr präsent. Doch dies war eine starke Grundlage, um in meinem Schulleben ein Thema in möglichst allen Fächern zu bearbeiten, wozu auch Fräulein Obrist mit ihren Lager-Themen dazu beigetragen hat. Diese Einstellung veranlasste in den Neunzigerjahren einen meiner Schüler dazu, zu bemerken, dass seine Cousins in der Parallelklasse im Zentralschulhaus viel mehr Themen pro Jahr durchnähmen, wir sie aber viel tiefer bearbeiteten. Er wurde später Dozent an der Fachhochschule Rapperswil-Jona.

Am Oberseminar waren die Dozenten nicht mehr so prägend. Sie sind mir nicht mehr wirklich präsent. Ausser vielleicht Dorli Meili-Lehner, mit ihrer übergrossen Menschlichkeit, Herr Professor Müller-Wieland mit der Gehirnentwicklung des Kleinkindes und noch einige weitere.

Und wie ists mit mir als Lehrerin?

Dem an, was ich erlebe, wenn ich ehemalige Schülerinnen und Schüler oder deren Eltern wieder antreffe, haben einige eine gute Zeit bei mir gehabt. Auf jeden Fall hatte ich mit ihnen eine gute Zeit. So viele Klassen der Unter- und Mittelstufe, des Kindergartens und der Kleinklasse durfte ich in unterschiedlichen Funktionen begleiten. 
Bis vor kurzem (also bis vor etwa zehn Jahren 😅) unterrichteten wir als Klassenlehrerinnen und - Lehrer alle Fächer (Deutsch, Mathematik, Mensch und Umwelt mit Geographie, Geschichte und Naturkunde, Schrift, Singen, Turnen, Zeichnen, Werken. Später auch Französisch oder Englisch, wobei genau diese Fächer an der Primarschule die Fächeraufteilung einläuteten) an der Klasse ausser der traditionellen Handarbeit mit Nähen, Häkeln, Stricken, Sticken. Dies ergab auch die meisten Stunden in der Klasse mit der Klassenlehrerin. Diesen Ausdruck verwendeten wir damals gar nicht. Es gab einfach die Lehrerin, den Lehrer und die Handarbeitslehrerin. Recht ausserhalb unseres Unterrichts arbeitete auch die Schwimmlehrerin, aber da wir selber für eine Halbklasse die Lektion vorbereiteten und durchführten, spielten diese Frauen lange Zeit eine Nebenrolle. 
So betrachteten wir uns als die Bezugsperson in der Schule. Wir versuchten damals alle Kinder gleich zu behandeln. Erst mit der Zeit drang es zu uns durch, dass wir die Kinder ungleich behandeln müssen, um ihnen die gleichen Startchancen zu geben.
Obwohl, intuitiv lief es dann doch so: Wir überlegten uns, was ein Kind braucht, damit es lernen kann. So kamen wir wohl dennoch auf unterschiedliche Wege, die wir mit dem Kind einschlugen. Meist aber ohne, dass wir uns mit den Eltern kurzschlossen. Kontakte waren oft nur nötig, wenn etwas schief lief. ELB, Eltern-Lehrer-Behörden-Zusammenarbeit  (im Post Ämter und Nebenarbeiten besprochen) machte aber auf vermehrt nötige Eltern-Arbeit aufmerksam, denn die Gesellschaft begann sich zu ändern. 

Genau so, wie wir immer mehr von den Schulkindern wollten, dass sie etwas verstehen und nicht nur automatisieren, wollte man auch, dass die Bevölkerung bei allem mitsprach. Noch nicht lange war das Frauenstimmrecht in der Schweiz eingeführt. "Summerhill" brachte andere Vorstellungen in die Erziehung und damit auch in die Schule, weil wir doch mit den Eltern ihr Kind individuell erziehen sollten, nämlich so, wie die einzelnen Eltern es sich vorstellten. Ich aber als Lehrerin hatte und habe auch Vorstellungen davon, wie es in der Schule und Gesellschaft aussehen sollte. Diese Vorstellungen decken sich nicht immer. Teils war dies auch eine Altersfrage. Die Eltern waren lange Zeit älter, als ich, hatten Lebenserfahrung, der ich eine Ausbildung und grosse Motivation zu entgegnen hatte.









Keine Gewähr

Rückblick auf über 40 Jahre Lehrerin-Sein

Mit diesem Blog soll ein Rückblick auf über 40 Jahre Schule und Unterrichten gewagt werden. Die Notizen sind nicht hieb- und stichfest. Andere am Geschehen Beteiligte haben eine andere Warte inne. Ihnen blieben andere, eigene Aspekte derselben Ereignisse haften. 

Es gibt also keine Gewähr dafür, dass die Inhalte pädagogisch auf dem neuesten Stand sind, die Abfolge sich genau so abgespielt hat, die Wertung der Spots absolut wäre. "Nein, das habe ich so erlebt. Dies ist mir in ganz anderer Reihenfolge im Gedächtnis, jenes ist mir völlig entfallen, ...", sind nicht nur erlaubte Leser*innen-Gedanken, sondern erwünschte. Ist es nicht ganz wunderbar, wenn man sich wegen eines anderen Blickwinkels plötzlich wieder an etwas ganz Eigenes erinnert? Darum auch von mir: 

Ganz eigene Perspektive

Die Beobachtungen und Wahrnehmungen sind nicht die der anderen Personen, welche über diesen Zeitraum auch irgendwie mit der Volksschule, namentlich mit der Primarschule in Berührung kamen. Es ist meine ganz eigene Perspektive auf meinen ganz eigenen Unterricht und aus dem Unterrichten heraus, welche die Hotspots beleuchtet. 

Erinnerungen an mehr als vier Jahrzehnte Schule geben

Aus der Erinnerung heraus und aus den Vorbereitungsbüchern über die Jahrzehnte hin notiere ich, was mir auffällt, was sich geändert hat, was gleich geblieben ist, was schön, erstaunlich und merkwürdig war und ist. 

Interesse, Schmunzeln oder / und übergehen zur Tagesordnung

Vielleicht, liebe*r Leser*in, interessiert dich das Eine oder Andere, vielleicht magst du schmunzeln darüber, vielleicht regt es dich selber an, etwas aus deiner Erfahrung für andere aufzuschreiben. Oder du schliesst den Post einfach und gehst zu deiner Tagesordnung über.

Der Inhalt ist mir persönlich wichtig

Allgemeingültig möchte ich nicht sein, nicht historisch oder wissenschaftlich korrekt, sondern nur festhalten, was mir wichtig ist. 

Der Blog lebt vom Text

Auffällig ist vielleicht auch, dass dies ein Blog wird, der nicht in erster Linie von Bildern, sondern vor allem vom Text lebt, der Bilder im Lesenden wachrufen soll.

Das Notieren macht Spass

Es ist immer wieder entspannend, sich an all die Jahre zu erinnern und Schlüsse aus den Gedankensplittern zu ziehen. Manche sind des Festhaltens wert, andere vielleicht weniger. Es wird nicht an einem Stück durch geschrieben. Viele Beiträge sind in den Startblöcken, andere entstehen, weil die Erinnerung an eine Szene Bilder aus der anderen aufruft, die ebenfalls aufgeschrieben werden wollen.

Samstag, 19. September 2020

Durch die Zeit

Mein erster Schultag als Lehrerin

Mein Schulzimmer schaut auf die Wiese und den See. Es hat ohne Schränke eine Grundfläche von circa 64 m2 und bietet Platz für 31 Schüler*innen. Das hat man damals noch nicht gesagt, es waren einfach Schüler. Genau wie das Lehrerzimmer. Die Frauen waren wohl einzeln Lehrerinnen, aber alle zusammen waren Lehrer.

Lehrer sein

Was so langsam änderte in der Zeit von Alice Schwarzer, war die Ansprechform der nicht verheirateten Frauen. Diese waren ja noch Fräuleins, genau so wie im Service der Restaurants. Eigentlich störte sich noch niemand daran, aber es war eine lange Angewöhnungszeit, bis aus den Fräuleins Frauen wurden und man die Bedienung oder den Service in den Restaurants rief.

Freude und Aufregung

Ja, also die Freude ist genau so gross, wie die Aufregung! Mein erster Schultag in Eigenverantwortung. Bald würden die Schüler gebracht oder alleine kommen. Immerhin ist es ja eine zweite Klasse. Kennengelernt habe ich sowohl die Eltern, als auch die Kinder schon. Die Eltern an einem gemeinsamen Elternabend mit der abgebenden Lehrerin. Die Kinder an einem gemeinsamen Abschieds- und Anfangszmittag im Schulzimmer. Wir bereiteten Spaghetti und zum Dessert Schokoladen-Fondue vor. Die Schüler waren begeistert. Spaghetti mag ich noch immer sehr. Schokoladenfondue habe ich nie mehr gegessen. 

Der Hausvorstand als Sekretariat

Oh, da gibt es noch den Hausvorstand. Der bringt bereits vor Schulanfang am Morgen gefühlt einen Stapel von anderthalb Metern Höhe. Formulare, welche ich in dieser ersten Woche ausfüllen müsse. Ich dachte, ich würde Schule geben! Im Büro gearbeitet (und geputzt) habe ich während der Ausbildung zur Primarlehrerin. Was ist denn da nun los? Im Laufe der Jahre kam die Angewöhnung. Und als dann alles klar war, kam die Schulleitung, welche den Formularkrieg auf ein Minimum beschränkte. Aber davon später.

Die Schulstunde beginnt

Es läutet. (Das ist auch so ein Ausdruck: Es läutet. Nicht die Pausenglocke, die Schulglocke, die Alarmsirene, die Kirchenglocke läutet, sondern einfach: Es läutet.) Jedes Kind hat seine Namenskarte an seinem Platz, so findet es ihn, braucht nicht zu fragen, sondern kann sich einfach hinsetzen und auspacken. Die Theks, Bezeichnung für Schultasche, Ranzen, Rucksack, kommen unter den Fenstersims, Die Gruppe rot hinten rechts und die Gruppe blau vorne rechts. Von der Lehrerin aus gesehen. Alles wird ausgepackt und unter der Bank ordentlich versorgt. Die Bank ist ein höhenverstellbarer Tisch für zwei Kinder, den man zusätzlich in der Neigung variieren kann. Unter dem Tisch befinden sich zwei Tablare zum Aufbewahren unterschiedlich grosser Schulsachen. Versorgen bedeutet einräumen.

Begrüssung

Nach einem kurzen Willkommensgruss findet das Begrüssungssingen statt. Die Lehrerin begleitet mit der Alt-Blockflöte. Am Tag zuvor hatte die kleine Schwester, die in die sechste Klasse kam, mit ihr ein paar Lieder geübt, sodass es klappen sollte am Montag. Sich gegenseitig vorzustellen erübrigt sich, weil wir uns doch kennen. 

Unterricht

Danach wird im Frontal-Unterricht gerechnet. Kopfrechnen, so richtig, ohne dass man die Rechnung sieht. Die Kinder hören sie nur. Doch schon ist der Frontal-Unterricht vorbei. Die Blauen kommen nach vorn, während die Roten an ihrem Platz selbständig Repetitions-Aufgaben des Erst-Klass-Stoffs lösen. Diese Aufteilung hilft, um neue Themen in einer kleineren Gruppe so zu besprechen, dass alle am mündlichen Unterricht teilnehmen und danach selbständig weiterarbeiten können. Ausserdem wird das neue Thema zur Hausaufgabe. Nach 10 Minuten gibt es den Wechsel. Die Roten kommen nach vorne und die Blauen arbeiten am Erst-Klass-Stoff. Das geht schon auf, weil die Lektion damals 50 Minuten dauert. Vorne zur Tafel gewandt stehen für die Kinder zwei Bänkli, niedrige, lehnenlose Sitzbänke für je 8 Kinder. Ein Aufgabenbüchlein muss die Klasse noch nicht führen, denn das Schulmaterial ist überschaubar. Was nach Hause kommt, ist Hausaufgabe.

Hugelshofer-Bücher

Im Deutsch lesen wir in den Hugelshofer-Büchern. Daraus ergeben sich auch Rechtschreibe- und Satzbau-Aufgaben. Je vier Bücher gibt es für die zweite und die dritte Klasse. Jedes auf eine Jahreszeit zugeschnitten. Die Geschichten von Frau Hugelshofer sind das obligatorische Sprach-Lehrmittel und sollen den Lebensraum und die Erfahrung dieses Alters spiegeln sowie zum Lesen anregen. 

Schrift

Das Fach Schrift deckt vier halbe Lektionen pro Woche ab. Die Lehrerin schreibt die Schreibblätter auf einer sogenannten Schnapsmatritze vor (Ein selber zu gestaltendes Blatt, welches auf die momentane Kenntnis und Fähigkeit der Schüler als Gruppe zugeschnitten ist. Man schreibt auf ein Blatt, welches durch das Schreiben die Farbe des dahinterliegenden Blattes annimmt. Zur Vervielfältigung spannt man dieses Blatt mit der Schrift so auf eine Walze, dass die Schrift spiegelverkehrt sichtbar wird. Nun dreht man die Walze mittels einer Kurbel und gibt Blatt für Blatt ein, das die Walze einzieht und solange Sprit im Behälter vorhanden ist, das Original darauf kopiert. Am besten vervielfältigt man solche Vorlagen am Morgen früh oder abends spät, weil es eine rechte Zeit in Anspruch nimmt.). In diesem Zusammenhang wird auch gleich die Rechtschreibung geübt. 

Bald sind Schultag, wie auch die Lehrerin, zwar glücklich, aber geschafft.

Merk-würdig

Elternkontakt

Den ersten Elternabend hatte ich bei Schulbeginn ja schon hinter mir. Doch wie Kontakt halten mit den Eltern, wenn man kein Telefon hat? Mobil-Telefone gab es 1977 noch nicht. Das erste in unserem Besitz fuhr mit uns im Auto mit im Jahr 1988. Es war ein Hochgefühl, von der Fahrt ins Tessin aus die Mama anzurufen! Ein Kasten von 25 mal 40 mal 20 cm begleitete uns. So brauchten wir in der Ferienwohnung keinen Telefonanschluss installieren zu lassen. Für mehrere tausend Franken war man mit dabei. Der nächste Schritt fan 1994 statt. Ein Nokia-Telefon von einer rechten Grösse und auch nicht ohne Gewicht, aber mit herausstehender Antenne. So teuer, wie heute ein Hochleistungssmartphone. Doch die Antennen-Abdeckung in den Alpen war schon gewährleistet.

Zurück zum Elternkontakt. Eine Sprechstunde war schnell installiert und im Stundenplan aufgeführt. So konnten die Eltern mit Fragen vorbeikommen. Dienstag, 16 bis 17 Uhr. Eine Mutter hatte ein Nachzüglerkind, war also schon ziemlich lange verheiratet, hatte erwachsene Kinder. Ich war gerade mal 21, nicht verheiratet. ohne Kinder, nur in einer Beziehung seit sechs Jahren. Was war die Frage nochmals? Die Mama könne mit ihrem Mann nicht über Erziehungsprobleme reden, er sei auch selten zuhause. Sie wisse nicht, wie sie das mit ihm angehen solle.

Abmelden bei Krankheit

Wenn ich krank war, musste ich zum mehrere hundert Meter entfernten Postgebäude mit öffentlicher Telefonzelle marschieren, dick vermummt, fast ohne Stimme, heisser Kopf. Die Nummer auf einem Zettelchen und einige Münzen in der Hand. Unter diesen Umständen war es fast leichter, trotz Grippe zur Schule zu gehen. 

Schultransport

Damit wir den steilen Weg am frühen Morgen nicht zu Fuss gehen mussten, versammelten sich die drei Lehrerinnen, welche im gleichen Quartier wohnten, bei einem Arbeits-Kollegen mit Auto fünf Minuten weiter. Um sieben waren wir dann alle in unseren Schulzimmern, um vorzubereiten.

ELB

Bald nach Schulstart rief ein initiativer Schulpfleger das Gremium Eltern-Lehrer-Behörden-Zusammenarbeit ELB ins Leben. Eine Vollversammlung aller Betroffenen fand an einem sonnigen Samstag im grössten Schulhaus der Gemeinde statt. Mit wem zusammen war ich da in eine Arbeitsgruppe eingeteilt? Ja, genau. Mein Vater hatte sich für diese Veranstaltung auch angemeldet, weil meine kleine Schwester noch in der sechsten Klasse der Primarschule war während meines ersten Jahres als Lehrerin. Der Bruder zwar auch, aber in der Oberstufe, welche eine eigene Schulgemeinde ist, mit den damals noch  selbständigen Gemeinden Hütten und Schönenberg zusammen. Seit 2018 gehören sie politisch ebenfalls (Hütten) und wieder (Schönenberg) zu Wädenswil. Die Oberstufe bildet aber noch immer eine eigene Schulgemeinde. Paps war schon eine Überraschung und die Gruppenzusammenarbeit bestens.

Heute würde man diese Veranstaltung Kick-off-Anlass nennen. Denn ihr Ziel war es, in jedem Schulhaus die Zusammenarbeit dieser Gremien zugunsten des Schulkindes zu fördern. 

Ja, das war dann wohl der Start für mich, um neben der Arbeit in der eigenen Klasse Aufgaben und Ämter zu übernehmen. (vergleiche Post Aufgaben und Ämter)

Lektionenzahl und Arbeitswochenlänge

Verkürzung der gesetzlichen Wochenarbeitszeit

Bei meinem Vater erlebte ich, wie sich die Arbeitszeiten über die Jahrzehnte änderten. Arbeitete man in den Fünfzigerjahren noch die ganzen 6 so bezeichneten Werktage, änderte sich das fliessend, bis zu den sogenannten gleitenden Arbeitszeiten. Erst wurde der Samstagnachmittag für Industrie, Gewerbe und Handwerk frei. Später musste nur noch alle zwei Wochen an einem Samstagmorgen gearbeitet werden, bis schliesslich in den Siebzigern der Samstag ganz frei wurde. Parallel dazu wurden die Arbeitstage kürzer: von neuneinhalb auf neun Stunden täglich, danach auf eine 42-Stunden-Woche.

Schul-Arbeits-Zeit

In der Schule arbeiteten nicht alle gleich viele Stunden pro Woche, sondern je nach sogenannter Stufe. Alle jedoch hatten die ganzen sechs Tage anzutreten, wie auch die Kinder. Viele Eltern äusserten sich später besorgt darüber, dass die Kinder eine Fünftagewoche haben sollten. Mit unterschiedlichen Argumenten. Man könnte dann nicht mehr in Ruhe alles fürs Wochenende vorbereiten; es würde den Kindern dann langweilig sein; sie würden dann am Nachmittag nicht mehr in die Jugendgruppe gehen; ...
Die Mittelstufe verfügte über 28 Wochenlektionen, während die Unterstufe deren 30 unterrichtete. Die Kinder selber hatten weniger Lektionen, je nach Klassenstufe. Die Begründung dazu lautete, dass die Unterstufe öfter Halbklassen-Unterricht hatte, was weniger Vorbereitungszeit fordere. - So wurde das Schulhaus samstags meist bereits um 11 Uhr leerer. Zudem konnte die Mittelstufe den Freitagnachmittag frei halten, während die Unterstufe anwesend war und lernen musste. 

Spätsommer-Schul-Beginn und Fünftagewoche

Einige Jahre nach der Einführung des Spätsommerschuljahrbeginns änderte auch dies. Die Fünftagewoche war eingeführt und gleichzeitig die Lektionsdauer, welche sich vorher über je 50 Minuten spannte, ausser nach der Zehnuhrpause, welche 15 Minuten umfasste. Die neuen Lektionen dauerten 45 Minuten, und die Anzahl der Unterstufen-Lehrpersonen-Lektionen senkte sich auf 29. 

Mehr Sitzungen

Dadurch aber wurde die Präsenzzeit in Lektionen für die Lehrpersonen geringer, was kompensiert werden musste. Einerseits hatte man neuerdings Hütepflichten von 8.10 Uhr bis um 8.20 Uhr, was eine Lektion pro Woche ausmachte, andererseits mussten mehr Sitzungen abgehalten werden. Bis dahin hatte es nur die Informations-Sitzung nach der Schulpflegesitzung gegeben plus ca. 3-4 mal im Jahr den sogenannten Gesamtkonvent, welcher eine Stunde dauerte. Nun vermehrte sich diese Sache auf zwei Sitzungen pro Woche im Schulhaus und eine pro Monat als verpflichteter Gesamtkonvent. Dieser wurde durch den Konventspräsidenten und den Vizepräsidenten geleitet, welche unterstützt wurden durch die Hausvorstände. Das Budget von um die paar hundert Franken wurde stets auch durch Revisoren geprüft! Für die 70 Personen, welche die Gemeinde in den 70ern umfasste, reichte der damalige Singsaal des Zentralschulhauses vollauf.

Von der direkten Demokratie zum Delegiertensystem

Heute füllen wir den Gemeinderatssaal oder die Kulturhalle vollauf, haben aber im Normalfall keine direktdemokratischen Möglichkeiten zur Mitbestimmung, denn wir sind nicht nur im Schulhaus, sondern in der Schule geleitet und können unsere Ideen und Vorschläge via Schulleitungen an die Schulpflege überbringen.

Jahresarbeitszeit

Die Arbeitszeit ist seit wenigen Jahren total angepasst worden, sogenannt zur Entlastung der Lehrpersonen, welche gemäss Erhebungen Ende der 90er- und Anfang der 2000er-Jahre viel zu stark belastet seien. Nun teilen die Schulleitungen die Pensen zu. Es gibt eine bestimmte Menge an Stunden, die den effektiven Unterricht, die Vor- und Nachbereitung und weitere direkt damit zusammenhängende Arbeiten betreffen. Daneben stehen ein paar hundert Stunden für Sitzungen, Nebenämter,  Gruppenarbeiten und ähnliche Aktivitäten zur Verfügung. Zusammen ergibt das ein Jahrespensum, das nicht mehr von den erteilten Lektionen abhängig sein soll. Vier bis sechs Wochen jährliche Ferien nimmt man in den Schulferien. Die restlichen der 13 Wochen sollen mit Schularbeit, eventuell mit verpflichteter Anwesenheit im Schulhaus gefüllt werden. Damit man nicht überlastet ist. Solange die Schulleitung solche Zuweisungen mit Fingerspitzen-Gefühl und für alle möglichst gleich vornimmt, bleibt auch das Arbeitsklima gut.

Altersentlastung

Entlastungen für Alte (früher ab 57 drei Lektionen Sport, die jemand anders übernahm) sind gestrichen. Man hat sie im vergangenen Jahrzehnt bereits auf 2 Lektionen gekürzt. Schulische Heilpädagog*innen hatten noch vor wenigen Jahren das Anrecht auf vier Lektionen Koordinationszeit, weil die Absprachen mit den Klassenlehrpersonen enorm viel Zeit und Energie beanspruchen. Das bedeutete, dass man effektiv 24 Lektionen an den Klassen war, statt 28, wie für ein Vollpensum vorgesehen. Im Zuge der Zeiterfassung auch für Lehrpersonen fielen diese Lektionen auch weg. Man kann die Koordination ja in den Ferien oder am Wochenende vornehmen.

In Jahren, in welchen die Arbeitszeit nicht auf solchen Schleichwegen verlängert wurde, kürzte man uns zweimal den Lohn, nicht relativ, sondern effektiv, es gab einfach weniger Lohn, als gerade noch vorher. Damit auch weniger in der Pensionskasse und in der AHV. Die Pensionskasse hatte sich zudem in den 90er-Jahren verspekuliert und Gelder veruntreut, was die Versicherten wieder mit aufbauen mussten, durch mehr Abgaben. Um das auszugleichen, wurde die Rente von 6,8% Umwandlungssatz auf 4,8% gekürzt und das Rentenalter im Kanton für alle gleich angesetzt, sprich für Frauen gleich hoch, wie für Männer, bis man die Maximalrente erreicht.
Den Maximallohn zu erreichen gelang für die Baby-Boomer der späten 50er- und frühen 60er-Geburtsjahrgänge sowieso nicht mehr, weil zu selten eine Lohnerhöhung mit einer Stufenerhöhung vorgenommen wurde, seit man auch noch die Mitarbeiter-Beurteilung eingeführt hatte.

Bildungspolitische Aktivitäten

Ausser guten Unterricht zu machen, wurde verlangt, sich zu bildungspolitischen Fragen zu äussern. Dazu wurden pro Bezirk im Kanton Zürich jährlich vier sogenannte Kapitels-Versammlungen durchgeführt. Bei uns wurden diese Versammlungen zweimal als Teilkapitel Bezirk Nord und Bezirk Süd und zweimal als Gesamtkapitel an einem Samstag durchgeführt. Weil in den vielen Gemeinden ziemlich viele Lehrpersonen arbeiteten und die Oberstufe auch dazu zählte, waren grosse Räumlichkeiten gefragt, welche nicht jedes Dorf anzubieten hatte. Die Stellungnahmen zu den entsprechenden Themen wurden aus allen Bezirken zusammengetragen und von den Kapitelspräsidenten als Gesamt-Meinung den entsprechenden kantonalen Gremien vorgelegt, welche diese in ihren Entscheidungsprozess mit einbezogen.
Die Teilnahme war unter Bussen-Androhung obligatorisch. Die Bussen staffelten sich, je nach Anzahl geschwänzter Versammlungen pro Jahr von 20.- Franken fürs erste bis zu 80.- Franken fürs vierte geschwänzte Kapitel.
Weil aber zur Bildung auch Gymnasium und Universität gehören, wandelte man einmal jährlich an die Synode, welche Stufen- und Niveau-übergreifende Themen behandelte. Hier war ungestraftes Fehlen möglich.

Heute gibt es weder das Eine, noch das Andere mehr in dieser direktdemokratischen Form, sondern mittels Delegierter, welche vielleicht einmal im Jahr die Schulen per E-Mail informieren.

Elektronische Medien

Meine Arbeit am Oberseminar basierte noch auf der Handschrift, Schnürlischrift. Arbeitsblätter wurden je nach Alter der Kinder in sauberer Blockschrift oder in verbundener Schrift verfasst, wovon auch die Tafelbilder lebten.

Formulare, Einladungen, Protokolle, alles wurde von Hand oder mit der Schreibmaschine verfasst. Für die Arbeit als Quästorin bekam ich noch das Kassabuch aus der ersten Stunde der Stiftung zur Erhaltung der Burg Alt Wädenswil, um die Abrechnungen festzuhalten. Dieses Buch ist nun im Archiv.

Elektrische bis zu elektronischen Hilfsmitteln

Matritzen, getippt auf der Schreibmaschine zeigten meist unsaubere Konturen der Buchstaben. Über einen Revox-Recorder verfügte unser Schulhaus schon, um bestimmte, seltene Musikaufnahmen zu machen. Dia-Projektoren zur Ausleihe für eine oder mehrere Schulstunden, standen zur Verfügung. Fast jedes Schulzimmer hatte einen Overheadprojektor, mit dessen Hilfe den Kindern manche Arbeiten authentischer vorgezeigt werden konnten, als an der Wandtafel. Auch einen Filmprojektor gab es, um bei den SAFU-Werken (Schweizerischen Arbeitsstelle für Unterrichtskinematographie) ausgeliehene Lehr-Filme zu zeigen. Wehe, man liess den Film während der Projektion zu lange stehen, um etwas im Detail zu besprechen! Das Loch war vorprogrammiert. Ein Radio mit Kassettengerät schaffte sich jede Lehrerin privat an.

Anfang der 80er-Jahre kamen die ersten Tisch-Fotokopier-Apparate für Schwarzweiss-Kopien in die Schulhäuser. Die Kopien fühlten sich samtig an und waren enorm teuer. Noch einmal wurde gekauft und zwar Normalpapier-Kopierer! Diese verarbeiteten auch Folien. So wurden Arbeitsblätter 1:1 auf dem OHP gelöst. Diese Geräte wurden nach Service-Ablauf an Mitarbeitende verkauft und durch grosse schnelle und intelligente Bürokopierer ersetzt. Die Leasing-Firma tauscht die Geräte aus, sobald für die Firma nicht mehr rentabel kopiert werden kann. Automatisch gefalzte, geheftete und farbige Arbeitsbroschüren für die Schüler*innen sind nicht mehr wegzudenken.

Computer

Obwohl wir schon im vierten Gymi 1972 über ein Terminal zum Uni-Computer (der ein ganzes Stockwerk ausfüllte) verfügten, war es noch ein langer Weg vom einen Meter breiten Papier-Rollen-Plotter, welcher die mittels "Pascal" programmierten Resultate ausdruckte, bis zu einem Personal-Computer, der den heutigen PCs ähnlich war.

Die Atari-Computer liess ich gleich aus. Ich erhielt einen würfelförmigen Bildschirm, der in seinem Sockel über zwei Schlitze verfügte. In den einen schob man die Programm-Diskette, in den anderen die Speicher-Diskette, sogenannte Floppy-Disks. Deren Aussehen war bereits nicht mehr fremd, da Sony die Compactdisc auf den Markt gebracht hatte, welche die schwarzen Vinylplatten für den Nadelplattenspieler ersetzen würde. Beim Besuch in der IBM Mitte der 70er-Jahre war eine Diskette noch gut 30 Zentimeter im Durchmesser und mehrere Zentimeter hoch. Sie hatte die Speicherfähigkeit von mehreren tausend A4-Seiten! Wie beeindruckend damals, als ein rechtes Nachschlagewerk mindestens zwei bis drei Tablare eines 80cm-Büchergestells füllte.

Nebst dem Kollegen, welcher eine Druckerei führte, war ich die Einzige, welche nun plötzlich Arbeits- und Merkblätter auf dem Computer verfasste und mittels eines angeschlossenen Neun-Nadel-Tinten-Druckers auch ausdruckte. 

Um mehr Programme zur Verfügung zu haben, als ein Textverarbeitungs- und Archivierungs-Programmes, wurden Pascal-Kenntnisse aufgefrischt und D-Base-lll eingeübt. Doch nun ging es schnell. 

Der PC wurde farbig, hatte eine externe Zentraleinheit und Kaufprogramme, welche alle wünschbaren Aufgaben übernahmen. Kaum war Frame-Work auf harten Disketten so richtig eingeübt, kam Windows und Office. Die Mac-Computer waren lange Zeit weiter, aber so unglaublich teuer, dass die Öffentlichkeit sich solches nicht leisten konnte. 
Als ich mir in den 90er-Jahren ein Laptop erwarb, war der Grundstein für Schul-PCs für mich gelegt. Bald konnte ich günstig weitere Geräte erwerben, die Kids übten am 10-Finger-System, um schneller am PC arbeiten zu können. Wir kauften Lernprogramme und richteten uns eine gemeinsame E-Mail-Adresse ein, sodass alle unmittelbar die Fragen oder Anregungen aller Klassenkamerad*innen sahen und selber nicht mehr nachfragen mussten. 

Nicht so ganz zufrieden mit dieser Entwicklung waren die Eltern, vor allem, weil auch noch der Beamer der Klasse das Wochenprogramm, erstellt auf PowerPoint, vorführte. 

Seit nunmehr über 15 Jahren verfügt jedes Klassenzimmer über 4 Geräte, die zuerst über Kabel, doch nun über Wifi mit dem Inter- und Intranet verbunden sind. Zusätzlich hat jede*r Mitarbeiter*in, wie auch die Mittelstufen-Schüler*innen ihr eigenes Gerät, auf dem alle wichtigen und wünschbaren Programme zur Verfügung stehen. Wir drucken von zuhause aus die nächsten Arbeitsblätter, Protokolle und Broschüren aus, sodass keine Warteschlangen am Drucker entstehen.

Smarte Schulzimmer

Der Beamer ist Standard und das Licht geht in jedem neu renovierten, aus- oder umgebauten Schulhaus via Sensoren an und aus. Energiestadt zu sein, verlangt nach energiesparenden Massnahmen in der Öffentlichkeit.

Der Visualizer hat die Funktion des OHP übernommen, ein USB-Anschluss oder Bluetooth sorgen für Musik, wenn ein neues Lied eingeführt werden will oder Hör-Verstehen kontrolliert wird. 
Fett gedruckt in diesem Abschnitt: geschützte Begriffe.

Um- und Neubauten

Erstes Schulhaus über dem Friedhof

Am Ende meiner eigenen sechsten Primarklasse durften einige Kameradinnen und ich das in der Nähe des damaligen Waisenhauses neu gebaute Schulhaus Gerberacher besuchen, weil Heidis Eltern dort die Hauswartung übernommen hatten mit angebautem, eigenem Hauswarts-Haus. 

Später sollte dies mein erstes Schulhaus als Lehrerin sein. Während meiner Schulhaus-Vorstand-Zeit (gleich Hausvorstand) war eine Energiesanierung nötig. Der alte Grobverputz hatte ausgedient und entsprach schon in den 80er-Jahren nicht mehr den wärmedämmenden Ansprüchen eines Gebäudes. Ein ziemlicher Lärm begleitete unseren Unterricht während recht langer Zeit, bis alles Alte abgespitzt und die Träger für die Wärmedämmung und die Eternit-ähnliche Hülle montiert war. Doch es hatte sich gelohnt. Die Hülle dämmt auch dreissig Jahre später noch.
Zusätzlich wurden in einigen Zimmern die Böden erneuert und die Verdunkelungsvorhänge ersetzt.
Weil eine Handarbeits-Stelle weniger nötig war, konnte dieses Zimmer in eine Bibliothek umgebaut 
werden. Total gemütlich mit teppichbelegten Sitztreppen zum gemütlichen Schmökern. Auch das lief in meiner Zeit ab. Theoretisch unter meiner Leitung. Natürlich bemühte ich mich, alles zu verstehen, aber der Hauswart war in diesen Dingen doch mehr bewandert, sodass er mich gut beriet. 
In diesem Zusammenhang mein erster PC mit Neun-Nadel-Drucker voll zum Zug: jedes Buch wurde in manchen Nachtstunden katalogisiert und auf Karteikarten aufgenommen, was nach meiner Zeit die Grundlage bildete, um den Katalog zu modernisieren, indem er auf angepasste Programme umgespeichert und ergänzt wurde.

Das älteste Dorfschulhaus als zweites Schulhaus

Als ich für meine Französischklasse ins nächste Schulhaus umzog, dauerte es auch nicht lange, bis der Raum zu klein wurde. Die Handarbeit fand im Zentralschulhaus und im Schulsekretariat oder dem alten Gesellenhaus statt, über eine bis zwei stark frequentierte Strassen zu erreichen, was für die Klassen nicht ganz ungefährlich war, denn sie sollten ja in der Zehnuhr-Pause einen pünktlichen Wechsel vornehmen. 

Der Pavillon, in dem schon meine kleine Schwester eingeschult wurde, musste weichen und einem Schulhaus mit Pyramiden-förmigen Dach Platz machen. Das verfügte nun den modernen Forderungen entsprechend über Gruppenräume neben den Schulzimmern und über zwei Handarbeitszimmer. Der Dachstock sollte als Aula dienen, musste aber sicherheitstechnisch noch weiter mit Fluchtmöglichkeiten ausgerüstet werden, bevor es soweit war. 
In der Projektwoche zur Einweihung hatte ich mir Holzarbeiten vorgenommen, weil der Dachstuhl, ähnlich wie die Eishalle Davos aus Holzverbund-Material aufgebaut war. So baute ich Setzkästen wie die Giebelfront eines Fachwerkhauses, ganze Fachwerkbauten auch aus Zündhölzern. Die Workshop-Teilnehmenden lernten Zimmermannsknoten herstellen und so Verbindungen zu machen, die ohne Nägel oder Schrauben auskommen. Dazu besuchten wir den Dachstuhl der reformierten Kirche unter Leitung desjenigen Lehrers, welcher das erste Heimatkunde-Lehrmittel herausgegeben hatte und alle seine Dias zur Verfügung stellte, sodass jedes Schulhaus darüber verfügte.

Das Zentralschulhaus als drittes Schuldomizil

Im Zentralschulhaus wurde bald schon die dreifach-Turnhalle unter dem oberen Pausenplatz gebaut und dazu gleich noch eine Tiefgarage, damit Sportler und Zuschauer an den Wochenenden auch Platz finden für ihre Fahrzeuge. Manche Stunde verbrachten die Kinder staunend am Rande der Baustelle und kommentierten die laufenden Arbeiten. Anschliessend wurde die alte Turnhalle, welche unter unserer ersten Schulpräsidentin renoviert wurde, nur noch als Theater-und Versammlungs-Saal verwendet, denn nun war ja genügend Platz zum Turnen da, aber zu wenig für Aufführungen im grösseren Stil, seit der Engelsaal nicht mehr zur Verfügung stand.

Wechsel in den anderen und eine Weile noch einzigen weiteren Gemeindeteil ausser dem Berg

Als ich zusammen mit meinem Masterstudium Heilpädagogik in die Au wechselte, ging die Bauerei fast nahtlos weiter. Beim Kindergarten waren Container nötig, weil Gruppenräume fehlten. Dasselbe geschah mit dem ältesten Schulhaus in diesem Teil, doch gleich noch mit zusätzlich angebauten Zimmern. Schliesslich kamen Container mit drei Zimmern und drei Gruppenräumen neben das neuere Schulhaus hier in den Froschteich zu stehen. Unten wurde angebaut, damit mehr Zimmer zur Verfügung standen, ein Kindergarten wurde vollständig neu gebaut und schliesslich kam auch das obere Schulhaus zum Zug. Es war ja damals in den Achtzigern schon so angelegt worden, dass man aufstocken können sollte, wenn das nötig würde. Es waren dann im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts doch noch ein paar weitere Massnahmen nötig. 



Aber es kam der Tag des Umzugs ins Containerdorf, welches auf der Turnwiese aufgebaut war. Ein Jahr lang genossen wir die herrliche Aussicht über den Zürichsee und in die Berge, bevor es wieder zurück ins ausgebaute und aufgestockte Schulhaus ging. Zweimal misten, packen und auspacken mit dem möglichst richtigen Einräumen der nötigen Materialien. Von der zweiten Handarbeit und zwei Mittelstufenklasse waren wir nun so getrennt, dass wir durchs Oberstufen-Schulhaus wandern mussten, um zueinander zu gelangen für Sitzungen, Essen, Schul- und Therapie-Stunden. Sogar eine Projektwoche war möglich! Passend zum Thema Um- und Ausbau hiess das Projekt "Up-Cycling". So sagt man dem nun, was wir damals in den 70ern einfach unter "Basteln mit Abfallmaterialien" verstanden. 

Dieser Ortsteil ist so unglaublich gewachsen, nur schon in den paar Jahren, welche ich dort arbeitete. Anfangs fuhr ich mit dem Fahrrad noch grünen Wiesen entlang zum Schulhaus. Nun zwischen Häuserschluchten. Doch auch im Gerberacherquartier lief es so. Die Speerstrasse, welche lange Zeit weit oberhalb des Dorfes etwas überflüssig durch die Landschaft führte, ist nun zugebaut. Man braucht Platz zum Wohnen.

Meine letzte Schulzeit

Nie hätte sich irgendjemand gedacht, dass es eine Zeit geben könnte, wie die, welche unter dem Titel "Das Corona-Zeitalter" näher beschrieben ist. Diese Zeit spielt hier eine Rolle, weil es meine letzte Zeit als Lehrerin betrifft.

Mit Plexiglasscheiben, Mundschutz, Desinfektion nach jedem Schüler*innen-Wechsel, Abstand und kaputten Händen vor lauter Waschen und Desinfizieren beende ich meine Schulzeit.

Nur noch Unterstützung durch Arbeit mit Gruppen, die zu mir kommen, keine Mitarbeit mehr in den Klassen. Kein Abschlussprojekt für die IF-Sechstklässler*innen, kein Jahresabschluss, kein Sommerhöck, aber eine traumhaft schöne Verabschiedung durch die Kolleginnen und die beiden Schulleitenden.

Arbeitsaufträge via PC. Tutorials mit Face Time. Mit den Kindern mailen, statt direkt sprechen.

Keine Pause im Lehrerzimmer mehr für mich, wegen des nicht einhaltbaren Abstandes, kein gemeinsames Mittagessen mehr. Und natürlich wird das Schulhaus nicht eingeweiht, wegen der noch immer geltenden Gruppengrössen-Beschränkung und Hygiene-Massnahmen.

Am Montag, dem 15. Juni würde mein Geburtstags- und Pensionierungs-Apéro stattfinden. Abgesagt, beziehungsweise gar nicht angesagt. Stattdessen habe ich für jede*n Mitarbeitende*n einen persönlichen Brief geschrieben, der an ein Sektfläschchen angehängt und am 15. Juni am Morgen früh in die Zimmer verteilt wird. Geht auch so. Ins Sekretariat gehe ich am Mittwoch, 17. Juni. Am 14. selbst ist ja eigentlich mein AHV-Geburtstag. Doch in der Schule arbeitet man bis Ende Schuljahr, bedeutet bis zum 31. Juli.

Am 9. Juli wird mein letzter Schultag sein, den ich sang- und klanglos beenden werde, meine Schlüssel, Telefon und PC abgeben werde.
Das wars dann. Befürchtete ich. Tschüss bis zu einem Kurz-Vikariat.

Doch das Kollegium hat anders beschlossen

Sie haben mir einen unvergesslichen, wunderschönen, traumhaften Abschluss-Abend bereitet. Lieder wurden auf mich zugeschnitten und eingeübt, jeder und jede hat einen Beitrag zu einem Erinnerungsbuch gestaltet, welcher die Beziehung zu mir darstellt. Was da für kreative Begabungen und Anstrengungen zutage treten! Dazu die Performance der Lieder. Aber auch die Rede, welche zusätzlich anhand von Gegenständen, welche man im Wasser fischen kann, die Wertschätzung des Kollegiums zum Ausdruck bringen gegenüber meiner Person, meiner Rolle als heilpädagogische Mitarbeiterin in den Klassen, mir als Mitglied des Teams und fast als Schulfreundin.
Daneben stellten sie ein unglaubliches Buffet auf die Beine, ermöglichten mir, den Abstand zu wahren und gestalteten zusätzlich sozusagen einen Strandkorb.




An der Nordseeküste im fernen Land,
Mir vom Steini in Wädi und d'Marlies am Strand.
(nach Klaus und Klaus)


Marlies, Marlies, euisi Retterin(g)
(nach z'Basel am mym Rhy)

Danke, danke, danke, kann ich nur rufen. Auch dafür, was ihr zusätzlich mit den Klassen erarbeitet und gestaltet habt!

Es ist ein Abschied, der mich auf Wolken gehen lässt und die Seele berührt. Danke, liebes gesamtes Team mit allen, welche im Schulhaus arbeiten! Es war so schön, aufregend, spannend, abwechslungsreich, fröhlich, traurig, interessant, intensiv, inspirierend und einfach schön, schön, schön mit euch!

Sonntag, 9. August 2020

Tipps und Tricks

Scheren und Locher oder Motivstempel scharf halten

Scheren         

Schere-Vektor-Symbol - Download Kostenlos Vector, Clipart Graphics ...Schneide einige Male in ein Stück Alufolie, das lässt die Klingen wieder wirken. Wenn du weniger Material-Verschleiss willst, nimm ein kleines Glas-Fläschchen ohne Deckel, öffne die Schere und schneide vier bis sechs mal sozusagen den Hals ab. Auf diese Weise war in diesen Jahrzehnten nie ein kostenpflichtiger Scherenschleifer nötig. 

Locher oder Motivstanzer Paper Hole Puncher Royalty Free Vector Clip Art Illustration ...  1367576900 852 | Buch binden, Etsy und Handgefertigt                                                                                                 

Schiebe ein Stück Alufolie in die Öffnung fürs Papier oder den Halbkarton, loche oder drücke den Motivstempel. Wiederhole dies einige Male. So ist dein Gerät wieder gewappnet für die nächsten Aktionen.

Schrauben einfetten      

                                                                Free Screw Cliparts, Download Free Clip Art, Free Clip Art on ...Damit deine Schrauben das Material beim Eindrehen nicht zerreissen, was nicht nur unansehnlich aussieht, sondern auch die Festigkeit beeinträchtigt, drehst du das Gewinde vor Gebrauch der Schraube in einem Stück Seife oder Kerze. Jetzt lässt sie sich eindrehen, wie in Butter.

Dosen, ganz günstig

Stapelbare Döschen für Kleinmaterial

Behalte die Dosen der Lufterfrischer, falls sie über einen wegnehmbaren Deckel verfügen, fülle sie mit Büroklammern, Lernkärtchen, Reisszwecken oder ähnlichem Kleinmaterial, schreibe die Sache auf dem Deckel und an der Dosenfront mit wasserfestem Filzstift an und stelle sie in einer Sammelbox oder im Schrank nach Thema sortiert aufeinander. Schon hast du Ordnung und Übersicht.

Dosen aus Petflaschen a)

Schneide von einer Petflasche egal welcher Grösse den oberen Teil weg, sodass etwa die Hälfte bis 2/3 (der gerade Teil) der Flasche übrig bleibt. Schneide von oben fünf Einschnitte der Länge eines gut bemessenen Radius der Bodenfläche ein. Runde die entstehenden Laschen ab. Klappe sie ein. Eine verschlossene gut einsehbare Dose steht vor dir.

Dosen aus Petflaschen b)

Magst dus aufwändiger? Schneide  den Boden zweier gleichartiger Petflaschen egal welcher Höhe weg. Suche dir einen Reissverschluss mit der Länge des Flaschenumfangs. Nähe die eine Zip-Hälfte an die untere Schale, die andere an die obere und du hast sauber zipbare Dosen für unterschielichstes Material. Je nach Höhe der Flaschenböden sind die Dosen kugel- bis zylinderförmig, gleichmässig oben, wie unten oder mit einem deutlich kleineren Deckel. Auch die Farben kannst du je nach Flasche bestimmen.
Die grüne Dose mit dem gelben Reissverschluss, sowie die geöffnete mit dem schwarzen Zip gehören zu b), während die weisse neben dem Stiftehalter zu a) gehört. 
Mit Papiermaché aus Eierkarton lassen sich die schönsten Skulpturen giessen, vorausgesetzt die richtige Schöpfform.

Leim

Weissleim einfüllen

                                                                               3d Realistic Render Wood Glue Bottle Stockillustration 1124446694    Das ist ja immer so eine Sache und es muss bestimmt genau dann geschehen, wenn es eilt und keine weitere Leimtube frei ist. 
Damit es erstens schnell geht und zweitens der Leim aus der grossen Dose in und nicht neben der kleinen landet, steckt man ein etwas ausgebogenes Ende einer Büroklammer in die zu füllende Tube. Die Düse der grossen Dose klemmt nun beim Einfüllen die Büroklammer zwischen sich und der kleinen Tube ein, womit immer genügend Luft entweichen kann, sodass der Leim tatsächlich hineinfliesst. Bingo!
Für die anderen Kleber fand ich bisher noch keine Lösung. Diese vertrocknen irgendwann, auch wenn ich die Düse  noch so geschickt verschliesse und stelle oder lege nach dem Erstgebrauch.

Kleinmaterial in Schubladen organisieren

Vieles kann in Schränken eben stapelbar oder in den Petdosen aufbewahrt werden. Doch manches hätte man gerne offen, wie Besteck in einer Besteckschublade direkt greifbar. 

Einsätze für Besteckschubladen

Sistemo Schubladeneinsatz bei BAUHAUS kaufen
In dem Fall kauft man sich einige dieser ineinander steckbaren Schalen unterschiedlicher Länge, aber immer mit derselben Breite. Sollte dies aber im Büromöbel ungünstig sein, nimmt man andere Schalen.

Schalen im A-Format

Oft haben solche Schalen in den flachen Büroschubladen Platz. Sie ergänzen sich flächig, wie Puzzleteile einer Patchwork-Decke. Zudem sind diese Schalen leicht herausnehmbar, was das Verwenden der nötigen Teile ohne Aufwand ermöglicht.

Niveau-, Posten- oder Werkstattarbeit

                                                                      Aufzeichnungsfähige Sprechtaste mit Lernressourcen für LED-Funktionen Beantworten Sie Summer            
Gerne möchte man ja im Voraus alles besprechen, damit anschliessend durch die Schüler*innen in ihrem Tempo gearbeitet werden kann. Doch gleich ist alles wieder vergessen und vor lauter Begeisterung wollen die Kinder die Anweisung nicht lesen. 

Hier gibt es eine Lösung mit Sprechknöpfen, auf welche die Lehrerin das Wichtigste noch einmal spricht. Wenn dann ein Kind beim Posten, Niveau oder der Werkstatt ist, drückt es auf diesen Knopf und hört die Ansage so oft, bis es, mit dem Geschriebenen und den Bildern zusammen, den Auftrag versteht. Vielleicht ist es manchmal schwierig, die "besprochenen" Posten weit genug auseinander zu platzieren. Mit leicht ablösbaren Etiketten kann die Postennummer oder der Arbeitsschritt festgehalten werden, damit der Sprechknopf seinen Platz wieder findet, wenn er zur laufenden Arbeit mitgenommen wurde.

Von den Bastelanleitungen her kennt man die Schritt für Schritt-Bilder. Solche mündlichen Anleitungen vereinfachen vieles.

Anleitungen in Bild-Schritten

Vision Board erstellen [Anleitung + Vorlagen]

Zusätzlich zu den Sprechknöpfen bringen auch Bildanleitungen viel Ruhe in die Arbeit. Aus dem Kindergarten sind sich die Kinder gewohnt, mit solchen Anleitungen umzugehen. Sei das nun fürs Geschirrspülen, das Schuhebinden, Origami und ähnliche Abläufe. Oft fotografiere ich meine eigenen Arbeits-Schritte im Vorfeld schon, um danach die Reihenfolge bereits klar zu haben. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass die Kinder mit solchen Anleitungen tatsächlich in ihrem Tempo arbeiten können, statt jedesmal auf die Hälfte der Klasse warten oder sich sich im Gegenteil beeilen zu müssen, damit niemand sich über die eigene Langsamkeit ärgert. Der Lehrperson bleibt mehr Zeit, sich denjenigen zu widmen, welche trotz aller Anleitungen unsicher bleiben.

Mit etwas Vorarbeit habe ich so oft Ruhe in den Arbeitsraum gebracht.

Organisation in Schalen

Mit grossen Nummern oder Buchstaben versehen, helfen A4-Schalen dabei, dass die zusammen gehörenden Materialien beieinander bleiben. Sind sie für den Niveau-Unterricht zusätzlich in den unterschiedlichen Farben vorhanden (z.B. rot, gelb grün, wie es die "Lehrmittelboutique" und die "Lehrmittelperlen" für ihre Ampelwerkstätten handhaben), sind auch diese Fragen geklärt. Alternativ können die Arbeitsmaterialien in den nötigen Farben angeboten werden, oder jedenfalls mit den entsprechenden Briefköpfen in Farbe kopiert vorliegen.

Beamer oder Smartboard statt Visualizer

Damit die Kinder sozusagen mit Modell-Lernen arbeiten können, lohnt es sich, ein, zwei Aufgaben der gleichen Art mit Laut-Denken eines Kindes oder des Lehrers zu lösen, sodass die Gedankenschritte bereits einmal vor allen vollzogen sind.
 
Hat man kein bearbeitbares PDF zur Verfügung, kann man mit dem Markierwerkzeug gewisse Resultate festhalten, so wie sie bei den Kids aussehen müssen. Auf "Word" oder in "PowerPoint" ist dies sowieso kein Problem.

Für ein Online-Programm, welches sehr selbständiges Arbeiten erlaubt und fordert, gewinnt man mit dem Aufwand, sich frei zugängliche interaktive Programme als Übungsmöglichkeiten für die Kids zu suchen, Zeit und Übungen für selbständiges Arbeiten vorausgesetzt. Jene können selbständig und immer wieder daran arbeiten, ohne dass es für die meisten so mühsam ist, wie ein Arbeitsblatt auszufüllen.

Morgenkreis im kleinen Zimmer

Ich sage jetzt Morgenkreis. Doch ist es oft nützlich, die Lerngruppe im Kreis zu versammeln, um bestimmte Inhalte gemeinsam anzuschauen und zu besprechen. Sitzbänklein sind zu eng, Stühle mitnehmen bringt so viel Unruhe bis Streit und das eigene Kissen ist sozusagen immer schmutzig. 
Lösung: Mittelgrosse Abfall-Eimer sind günstig, lassen sich etikettieren, leicht stapeln, auf den Fenstersimsen zwischenlagern und in gewünschter Sitzordnung aufstellen. Zudem bleibt nichts übrig, als mit geradem Rücken darauf zu sitzen, was der Gesundheit auch gerade noch zuträglich ist.

Schuhschalen

Manchmal ärgert es, dass die Schuhe überall rumschlingern, besonders, wenn sie regen- oder Schnee-nass sind. Ein paar Schuhschalen in Eingangsnähe lassen das Herz des Reinigungspersonals aus Freude höher schlagen.

Aktive Arbeitsblätter 

Es braucht so viel Zeit, diese jedesmal einzusammeln und in der Folgelektion wieder auszuteilen, wenn die Arbeitsblätter noch weiter bearbeitet werden müssen. In der Akten- oder Hefte-Mappe bleiben sie (versehentlich) zuhause und müssen noch einmal gemacht werden, falls sie unauffindbar bleiben. So richtig ein Ärgerpunkt.
Schon Jahrzehnte lasse ich diese angeschrieben unter die Schreibtischunterlage legen. Am Abend gehe ich die Pulte durch, korrigiere, notiere auf einer Klassenliste, was bei wem noch zu ergänzen ist und nehme die erledigten Blätter mit. Die Übersicht in jeder Hinsicht ist gegeben. Was beim Kind unter der Matte liegt, ist zu bearbeiten und in einer Liste als nicht erledigt festgehalten. Der Rest ist bei mir und wird wenn nötig, jeweils Ende Quintal eingeordnet.

Archivboxen

                                                              How To Set Use Post It Svg Vector - Calendar White Vector Png ...   Solche Schubladenboxen erleichtern viel Archiv-Arbeit, sofern alles sinnvoll angeschrieben oder katalogisiert ist. Egal, wie, man muss sie immer wieder, nämlich ein bis zweimal jährlich fürs Gross-Reine-Machen, aus dem Zimmer bugsieren. Natürlich hält man sie schief und die Schubladen rauschen aus. Mit ihnen auch die sorgfältig abgelegten Unterlagen. 

Um diesem Vorfall zuvor zu kommen, schnüre ich sie jeweils zu, wie ein Zeitungsbündel. Nur die letzte Schlaufe lasse ich stehen, damit die Schnur jedesmal wieder zu verwenden ist. Stehen die Boxen für die Arbeit wieder an ihrem Ort, löse ich die obere Schlaufe und lege den Teil der Schnur, den ich nun geöffnet habe, unter die Box. Damit sind die Schubladen frei. Bis zum nächsten Mal.

Ordnung in den Mails

Weil ich stets die Befürchtung hatte, irgend eine E-Mail nicht gelesen oder nicht beantwortet zu haben, setzte sich mein Schulleiter mit mir zusammen und erklärte mir ein System, das ich eigentlich schon lange von selbst hätte aufstellen sollen, so einfach und nützlich ist es.

Diese drei Ordner sind vorinstalliert.
  • Posteingang
  • Gesendet
  • Gelöscht
Unter "Posteingang" setze ich alle anderen Ordner.
  • aktuell kurzfristig (muss ich bald beachten oder beantworten)
  • langfristig abwarten (immer wieder mal gucken, ob man eine Nachricht ins "aktuell kurzfristig"-Fach ziehen sollte.)
  • Montag
  • Dienstag
  • Mittwoch
  • Donnerstag
  • Freitag (an diesen Tagen Eingeordnetes passiert da oder muss dann beantwortet werden)
Nun folgen die Namen der Mitarbeitenden oder häufiger Kontakte.
Wenn eine Sache nicht nur beantwortet, sondern erledigt ist, wandert die betreffende  E-Mail hierhin, zu den einzelnen Namen. So kann ich jederzeit alles finden.

Wahrscheinlich braucht es noch  ein paar Ordner allgemeinerer Art, weil man nie alle Einzelpersonen katalogisieren kann, wie "Team", "Schulleitung", "Sekretariat", "Material" oder die Ämter, welche man noch nebenbei bekleidet.

Es braucht ein bisschen Disziplin, um regelmässig die Zwischenordner zu säubern und deren Mails an den richtigen Folgeordner zu ziehen, aber es lohnt sich, denn so geht nichts in den elektronischen Abgründen verloren und man behält die Übersicht.

Korrekturen

Durch die Lehrperson

Arbeitsblätter, welche bei mir sind, sind erledigt. Ein A4-Altpapier falte ich darum, wie eine halbe Mappe. Die Namen der Kinder, welche damit fertig sind, stehen nicht darauf, sondern nur diejenigen, die noch daran arbeiten. Nach und nach werden diese abgestrichen, bis die Beige vollständig ist und weggelegt werden kann. Angefangene bleiben, wie weiter oben erwähnt, unter der Schreib-Unterlage auf dem Arbeitstisch. Falls die Kinder keinen eigenen Arbeitsplatz haben, spielt sich das ganze in ihrer Box ab.

Es ist nicht vorgesehen, dass in jedem Aufgabentyp immer alle Bereiche korrigiert und verbessert werden müssen. 

Selbstkorrekturen

Wenn die Arbeiten selber zu korrigieren sind, muss das ja auch festgehalten werden. Je nach Klasse hat sich Unterschiedliches bewährt. Auf jeden Fall muss stichprobenartig nachkorrigiert werden, damit die Kinder das Nötige wirklich bearbeiten. 

Lösungen stehen auf bestimmte Arten zur Verfügung:

  • Umgekehrt auf einem Tisch ausgelegt
  • An einer Schranktür angeheftet
  • Hinter einem Tafel- oder Türflügel angeheftet
  • In der Aufgabenschale unter den Auftrags- und Lösungsblättern
  • Zum Abholen bereit bei der Lehrperson 
Es muss den Kindern klar werden, 
  • dass manchmal nur Lösungsvorschläge notiert sind.
  • dass sie Verbesserungen an ihrem Arbeitsplatz lösen müssen, nachdem sie nachgeschaut haben, was hier passend wäre.
  • dass es nicht darum geht, etwas einfach erfüllt zu haben, sondern, dass sie sich neues Wissen erarbeitet haben, was mit Aufwand verbunden ist. 
  • dass sie sich bei den entsprechenden Aufgaben in einer Liste eintragen, um den Überblick über ihre Leistungen zu behalten.
  • dass die Lehrerin die Listen mit den Arbeiten vergleicht und sich mit den Kindern darüber austauscht.
Bei offenen Aufgaben, wie Texten zum Beispiel läuft die Selbstkorrektur eher im Sinne einer Schreibkonferenz, in der die Kinder sich in Gruppen zu bestimmten Anforderungen weiter helfen. Oder Alternativ mit einem individuellen Korrektur- und Überarbeitungsschlüssel, welcher von Zeit zu Zeit angepasst, an ihrem Stifte-Etui hängt.

Verlangte Arbeiten

Wenn eine bestimmte Anzahl als Minimum-Menge angegeben ist, muss diese eingehalten werden, aber nicht unbedingt nur so wenig gelöst werden. 

Damit die Kids Stress abbauen können, hilft statt einer Aufgaben-Menge eine Zeitdauer, in der sie sich mit den verlangten Arbeiten beschäftigen müssen.

Quellen: Die Bilder stammen von Gratis-Clipart-Seiten