Ein neues Virus fordert die Welt heraus
Sportferien
Wie war das nochmal? Wir gingen alle noch fröhlich in die Skiferien 2020. Sogar mit unseren deutschen Freunden trafen wir uns im Tessin am 21. Februar 2020. Wir umarmten uns und auch die anderen Freunde, welche wir auf dem Campingplatz antrafen. In den Sanitärgebäuden stand nicht nur für die Toiletten, sondern auch für die Hände Desinfektionsmittel zur Verfügung. Wie immer in den Wintermonaten.Ja, wir hörten, dass nicht nur in China, sondern auch in Italien ein neues Virus wütet.
Fasnacht und danach
Noch während der zweiten Ferienwoche, direkt vor Fasnacht bei uns, wurde mitgeteilt, dass die Fastnachtsumzüge nicht stattfinden würden. Man würde sie zu gegebener Zeit nachholen. Das Virus verbreitete sich schneller, als erwartet. Versammlungen von mehr als 1000 (tausend) Menschen wurden Schweiz-weit verboten. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfchen-Infektion. Also wieder wie bei Sars und Vogelgrippe: Häufiges Händewaschen, sich keine Hand geben, in den Ellenbogen niesen und husten. Nur Papiertücher benutzen und Taschentücher in geschlossenen Eimern entsorgen. Hoffentlich verfügen diese über Pedalen, sonst hebt man jeweils mit der beschneuzten Hand den Deckel hoch, um das beschneuzte Taschentuch zu entsorgen. Zuhause bleiben bei Fieber, Husten, Halsweh.
Gerade noch geschafft: Zahnarzt
Mit meinem Kieferproblem, das sich als Zahnwurzel-Entzündung entpuppte, hatte ich noch Glück. Sofort am selben Tag, zwei Tage vor dem Lock-down, erhielt ich einen Termin. Wir vereinbarten auch einen Folgetermin, um das Provisorium in etwas Dauerhaftes umzuarbeiten, der dann aber Corona-bedingt abgesagt werden muss.
Schön, die Kinder hielten sich an die Massnahmen. Die Erwachsenen weniger. Im Lehrerzimmer musste man sich outen, um sich daran zu halten, sich nicht per Handschlag oder Umarmung zu begrüssen. Auch an Elterngesprächen setzte man sich über diese Massregel hinweg. Zum Glück ist nichts passiert.
Schön, die Kinder hielten sich an die Massnahmen. Die Erwachsenen weniger. Im Lehrerzimmer musste man sich outen, um sich daran zu halten, sich nicht per Handschlag oder Umarmung zu begrüssen. Auch an Elterngesprächen setzte man sich über diese Massregel hinweg. Zum Glück ist nichts passiert.
(Schul)-Veranstaltungen
Eine Veranstaltung nach der anderen wurde abgesagt, weil inzwischen auch Versammlungen mit mehr als 100 Menschen verboten waren. Die Grenzen zum Tessin wurden geschlossen. Keine Elternabende mehr, keine Klassen-übergreifenden Veranstaltungen, wie Schwimm-Wettstreite mehr. Zuerst hiess es, keine Zuschauer, danach, kein Durchführen. Für Vitamin A, ein wichtiges Projekt für die dritten Klassen, um ihre Eigenständigkeit zu fördern, wurde der Informationsabend abgesagt.
Freitag, der 13. (März) 2020: Lock-down nicht nur für die Schweiz
Dann kam der Freitag. Intuitiv packte ich ausnahmsweise meinen Schul-Laptop ein, um übers Wochenende für die Schule zu arbeiten, was ich auf dem Heimweg der Schulleiterin erklärte.
An diesem Freitag-Nachmittag, zwei Wochen nach Schulstart mit den nötigen Hygienemassnahmen, gab der Bundesrat eine Pressekonferenz. Das Resultat waren folgende Massregeln:
Doch auch dies beruhigt sich wieder, weil die Klassen eine neue Normalität er-leben.
An diesem Freitag-Nachmittag, zwei Wochen nach Schulstart mit den nötigen Hygienemassnahmen, gab der Bundesrat eine Pressekonferenz. Das Resultat waren folgende Massregeln:
- Keine Versammlungen mehr gestattet.
- Alle Geschäfte würden ab Montag geschlossen: Restaurants, Coiffeurs, Physiotherapien..., nur noch System-relevante Läden wie Banken, Lebensmittelläden und Apotheken dürfen öffnen. Mit strengen Massregeln: Abstand halten, desinfizieren, nur eine bestimmte Anzahl Menschen pro Laden, getrennter Ein- und Ausgang.
- Schulen sind geschlossen. Fernunterricht wird ab Mitte Woche für vier Wochen stattfinden.
- Höchstens zu fünft darf man sich in der Öffentlichkeit treffen, sofern der Abstand von 2 Metern eingehalten wird.
- Die SBB fährt den Fahrplan auf die Hälfte herunter, keine Züge mehr ins Ausland, während Bergbahnen und Schifffahrtsgesellschaften nur noch System-relevante Fahrten durchführen dürfen.
- Home-Office, statt Arbeit im Büro.
- Baustellen zu, weil die Abstände nicht eingehalten werden können.
- Über 65-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen müssen zuhause bleiben. Enkel darf man nicht mehr sehen oder gar hüten.
- Bitte bleiben Sie zuhause! Machen Sie nur absolut nötige Fahrten, um nicht durchs Unfallrisiko die Spitäler zu überlasten, welche jetzt für Corona-Patienten aufrüsten.
- Flüge gibt es noch, um Schweizer Reisende heimzuholen. Ansonsten wird alles storniert. (Nicht nur) die Swiss bleibt am Boden.
- Firmen, die noch arbeiten dürfen, entwickeln Systeme, wie sich die Arbeitnehmenden aus dem Weg gehen können.
Katastrophe!
Aber die Menschen halten sich grossenteils daran. Eine unglaubliche Solidaritätswelle überrollt die Schweiz. Geld, Unterstützung, Ideen fürs Aushalten dieser Situation machen die Runde.
Ab sofort muss die Familie sich einen PC teilen. Mama und Papa am Home-Office, die Kinder sind reihum fürs Fernlernen auf den Computer angewiesen.
Kinder dürfen in voraus festgelegten Gruppen an einem letzten Vormittag in die Schule, um alles Schulmaterial abzuholen. Arbeitsblätter werden ihnen per Post zugestellt. Die läuft auf Hochtouren.
6 Schulwochen und zwei Ferienwochen darin dauert das Ganze, bis sich einige Erleichterungen andienen. Man darf wieder zum Coiffeur. Die Restaurants öffnen wieder mit der verlangten Distanz. Mehr Einkaufsläden dürfen öffnen. Teils bereits nach insgesamt 7 Wochen seit dem Lock-down.
Home-Office und Fernlernen
Das Fernlernen etabliert sich, auch die Kontrolle darüber, sodass nicht mehr so viele ungeleistete Arbeit zu vermelden ist.
Doch man ist sich uneins, ob die kommenden Lockerungen gut tun und hilfreich sind.
System-relevant ist das neue Wort, um anzuzeigen, welche Berufsgruppen und Industrien fürs gemeinsame Leben echt wichtig sind, während besonders diese Berufe systematisch unterbezahlt werden. Das Militär muss einspringen mit Mannkraft und Material, weil zuwenig von diesen System-relevanten Menschen und Materialien innerhalb vom Land vorhanden sind. Hoffentlich bezahlt man nach der Krise Verkäufer*innen, Postbot*innen, Krankenpfleger*innen, Bus-Chauffeur*innen, ... besser. Hoffentlich holt man die für eine Katastrophen-Situation nötigen Industrien wieder ins Land.
In der ersten Zeit durften Lehrpersonen, welche fast das nötige Alter von 65 haben und mit jemandem zusammenleben, der eine Vorerkrankung hat, zuhause bleiben.
Schule in Halbklassen nach Alphabet sortiert
Doch vom 11. Mai an ist diese Rücksicht in der Schule nicht mehr gegeben. Man müsse anders dafür sorgen, dass keine Ansteckung nach Hause komme. Aber Arbeits- und Anwesenheits-Pflicht in der Schule bestehe ab jetzt.
Das Fernlernen nach den Frühlingsferien bis zum 11. Mai klappt ganz ordentlich. Die Kinder sind jetzt verpflichtet, ihre Arbeiten täglich abzugeben, statt sie, wie vor den Ferien, einfach zu sammeln. Das verlockte einige dazu, nichts oder zu wenig zu tun. Nicht überwacht zu sein, verlockt zur (Nach-) Lässigkeit, Faulheit, man lässt die Sachen schlittern.
Viele Kinder halten den Kontakt aufrecht, lesen ihre E-Mails und geben Rückmeldungen. Jedes Mittelstufenkind hat seinen eigenen Laptop zuhause, es gibt also keine Ausrede. Dennoch ist da mindestens die Hälfte, welche nicht reagiert auf Anfragen oder Aufforderungen. Einige nehmen sogar das Telefon nicht ab. Da ist dann gar nichts mehr zu machen. Andere aber sind extrem pflichtbewusst, wollen alles recht machen und auch rechtzeitig, arbeiten lieber zu viel als zuwenig, haben Freude am virtuellen Kontakt, posten immer wieder Beweise ihrer Aktivitäten, antworten, geben Rückmeldungen, melden sich sogar von sich aus.
Besonders leistungsstarken Kindern tut diese Art von Unterricht im Moment gut. Sie dürfen leisten, ohne dauernd im Visier ihrer Kamerad*innen zu stehen. Keiner bezeichnet sie als Streber oder könnte das tun, denn die Kinder sehen ja die Leistungen ihrer Mitschüler*innen nicht eins zu eins.
Die Kontrolle aber bewährt sich. So sind viel mehr Kinder aktiv und arbeiten pflichtgetreu oder sogar mit Begeisterung an den Lernmaterialien.
Könnte man davon etwas mitnehmen, in die Nach-Corona-Zeit?
In der Teilpräsenz ist Fernlernen gemischt mit Präsenzunterricht. bei uns nach dem Alphabet, sodass die Eltern ihre Kinder gleichzeitig entweder am Vormittag oder am Nachmittag zur Schule schicken können. Nachnamen A-K kommen drei Lektionen vormittags, L-Z ebenfalls drei nachmittags. Die Pausen sind unter Aufsicht der Klassenlehrperson und klar geregelt draussen zu verbringen. Kein Sport, keine Berührungsspiele wie Fangen, kein Teilen von Pausenbrot. Mittwoch frei mit Fernlernen. Vier Wochen läuft das so, bevor wieder in ganzen Klassen unterrichtet wird.
Wieder Ganz-Klassen-Unterricht
Ab 8. Juni wird fast alles gelockert. Die Distanz und Hygiene-Massregeln gelten weiterhin. Doch die Schulkinder, welche sich wieder in der ganzen Klasse treffen, überfallen einander mit Körperkontakt und nehmen sofort auch das ganze Schulzimmer in Beschlag. Sie bleiben im Schulhaus nach dem Unterricht, kommen früher und sind absolut überstellig. War sie etwas vorschnell, diese neue Erleichterung ohne genaue Instruktionen durch die Lehrpersonen?
Doch auch dies beruhigt sich wieder, weil die Klassen eine neue Normalität er-leben.
Mundschutz im ÖV auch für Jugendliche ab 12
In der letzten Woche vor den Sommerferien wird die Maskenpflicht in den ÖV ausgerufen und auch für Kinder ab 12 Jahren verpflichtend. Einige geniessen dies sehr und zeigen sich mit kreativ gestalteten Mundkäppchen.